Streik bei Lufthansa: Piloten und Kabinenpersonal setzen Flüge lahm

Am Donnerstag erleben Reisende bei Lufthansa reihenweise Flugstreichungen wegen eines umfassenden Arbeitskampfes.

heute 07:19 Uhr | 3 mal gelesen

Seit der ersten Minute des Donnerstags liegen zahlreiche Lufthansa-Flüge in ganz Deutschland brach: Sowohl Piloten als auch das Kabinenpersonal von Lufthansa und Tochtergesellschaften haben im Rahmen eines Tarifkonflikts die Arbeit niedergelegt. Die Vereinigung Cockpit (VC), die die Interessen der Pilotinnen und Piloten vertritt, fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge – nicht nur für die Stammbelegschaft, sondern auch für Berufseinsteiger im Cockpit. "Was wir wollen, ist ein Vertrag, der auch künftigen Generationen eine Perspektive bietet," so Arne Karstens, Sprecher der Tarifkommission. Wie es nach dem Streik allerdings weitergeht, bleibt erstmal offen. Parallel zum Pilotenstreik hat die Gewerkschaft Ufo die Flugbegleiter aufgerufen, an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie weiteren Standorten von Tochtergesellschaften wie Cityline die Arbeit niederzulegen. Im Kern verlangen sie bessere Bedingungen und verweigern sich dem Bestreben, Schutzstandards weiter zu senken. "Man kann nicht erwarten, dass wir für eine Zukunft arbeiten, in der Beruf und Privatleben kaum mehr zu vereinbaren sind," kritisiert Ufo-Verhandlungsführer Harry Jaeger. Speziell bei Cityline geht die Angst vor Arbeitsplatzverlust um: Warnungen, dass die Zukunft der Airline ungewiss ist, stehen für die Beschäftigten im Raum, weswegen die Forderung nach einem Sozialplan laut wird. Die Unsicherheit ist greifbar: "Wir brauchen endlich verlässliche Zusagen – und am besten gestern," bringt es Jaeger auf den Punkt.

Der großangelegte Streik von Piloten und Flugbegleitern der Lufthansa und deren Tochtergesellschaften hat dazu geführt, dass zahlreiche Flüge ausgefallen sind. Hauptstreitpunkt sind einerseits die betriebliche Altersvorsorge für Cockpitpersonal und andererseits bessere Arbeitsbedingungen sowie ein Sozialplan für das Kabinenpersonal, insbesondere bei der regionalen Cityline. Wie die aktuellen Verhandlungen ausgehen werden, ist unklar – dennoch wächst der Druck auf das Lufthansa-Management erheblich. Der Konflikt reiht sich in eine längere Phase zunehmender Arbeitskämpfe im deutschen Luftverkehr ein. Medien berichten, dass die Summe der ausgefallenen Flüge und das Chaos an den Flughäfen ungewöhnlich hoch sind, mit tausenden gestrandeten Passagieren. Die Lufthansa zeigte sich öffentlich bislang wenig kompromissbereit und setzt darauf, die Folgen zu minimieren, während Gewerkschaften zunehmend die Nerven der Belegschaft strapaziert sehen. Laut neuesten Stimmen aus Branchen- und Nachrichtenportalen werden weitere Streiks nicht ausgeschlossen. In Bezug auf die Branche herrscht Unsicherheit, ob schlechtere Arbeitsbedingungen wirklich zu höherer Produktivität führen können – viele zweifeln daran. Nach dem aktuellen Stand (Stand: Juni 2024) berichten Experten, dass sich solche Arbeitskämpfe künftig häufen könnten, da der Luftverkehrssektor in Europa insgesamt unter Sparkurs und Preisdruck steht. Gleichzeitig wird aber auch gefordert, Airlines sollten mehr in ihre Mitarbeiter investieren, statt ausschließlich auf kurzsichtige Kostensenkung zu setzen.

Schlagwort aus diesem Artikel