Der bundesweite Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr sorgt seit Montagmorgen für massive Einschränkungen und weitreichende Auswirkungen auf den Alltag hunderttausender Menschen in Deutschland. Die Kernforderungen der Gewerkschaft Verdi – darunter eine kürzere Wochenarbeitszeit, länger garantierte Ruhezeiten und stärkere Zulagen für Nacht- und Wochenendarbeit – werden nach Ansicht vieler Beschäftigter durch die Arbeitgeberseite bisher kaum oder gar nicht berücksichtigt; im Gegenteil, mitunter wurden sogar Verschlechterungen vorgeschlagen. In einigen Regionen steht parallel die Forderung nach höheren Gehältern im Raum, weshalb die Streiks besonders heftig ausfallen – gerade angesichts von Fachkräftemangel, wachsendem Unmut über den Zustand des ÖPNV und der politischen Erwartungen an eine Verkehrswende wird die aktuelle Auseinandersetzung zum gesellschaftlichen Streitthema. Zu ergänzen ist, dass der Deutsche Städtetag und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen vor den Folgen für die Klimaziele warnen und die Bundesregierung auffordern, die Finanzierung des Nahverkehrs nachhaltiger zu gestalten. Während soziale Medien am Morgen mit Berichten über nachfüllende Fahrradparkplätze und überfüllte Straßen füllen, wächst der öffentliche Druck auf Bund und Länder, den Nahverkehr langfristig attraktiver und zuverlässiger zu machen.