Tarek Al-Wazir: Scheuers Maut-Prozess ist überfällig
Tarek Al-Wazir, seines Zeichens Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses und Mitglied der Grünen, befürwortet es, dass der Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sich wegen möglicher Falschaussage im Maut-Skandal nun vor Gericht erklären muss. Endlich werde die Angelegenheit auf eine juristische Ebene gehoben, meinte Al-Wazir im Gespräch mit T-Online.
heute 13:33 Uhr | 4 mal gelesen
Der Verkehrsausschuss ist kein Ort für Zirkusnummern, sondern ernsthaftes parlamentarisches Kontrollwerkzeug – so in etwa beschreibt Tarek Al-Wazir seine Sicht. "Wenn jemand im Untersuchungsausschuss die Unwahrheit sagt, muss das Konsequenzen haben", findet der Grünen-Politiker. Scheuers anhaltende Erinnerungslücken rund um das entscheidende Gespräch zur Pkw-Maut hält Al-Wazir für kaum glaubwürdig – zumal es dabei um die Frage ging, ob man das Urteil des Europäischen Gerichtshofs abwarten sollte, bevor Verträge unterzeichnet werden. Darüber hinaus betont Al-Wazir, dass nicht nur der finanzielle Schaden, sondern auch der politische Flurschaden immens sei: "Das Thema Pkw-Maut ist durch dieses Desaster für Jahre vergiftet." Das aktuelle Gerichtsverfahren könne hoffentlich helfen, eine ehrlichere und konstruktivere Diskussion anzustoßen. Die Union sieht er zudem in der Pflicht, das eigene Chaos aufzuarbeiten und endlich an inhaltlichen Lösungen statt an Wahlkampfgetöse zu tüfteln. Scheuer wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, im Untersuchungsausschuss zu lügen – nun liegt alles beim Gericht. Die Unschuldsvermutung bleibt bis zum Beweis des Gegenteils bestehen.
Die Anklage gegen den ehemaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sorgt für lebhafte politische Reaktionen; Tarek Al-Wazir befürwortet das Verfahren als notwendigen Schritt zur Aufklärung. Im Zentrum des Prozesses steht der Vorwurf, Scheuer habe im Ausschuss zur gescheiterten Pkw-Maut nicht die Wahrheit gesagt. Die juristische Aufarbeitung könnte das beschädigte Vertrauen in die Politik zumindest teilweise wiederherstellen und vielleicht einen Neuanfang in der seit Jahren festgefahrenen Maut-Debatte ermöglichen.
Erweiterte Recherche zeigt, dass mehrere Medien auf Schlagzeilen der vergangenen 48 Stunden über den Fall berichten. Laut "Die Zeit" wird besonders der hohe finanzielle Schaden thematisiert, den Scheuers vorschnelles Handeln verursachte, und dass Abgeordnete mehr Ehrlichkeit in der Politik fordern. "Der Spiegel" berichtet, wie die juristische Untersuchung größere Fragen nach der politischen Kultur und Verantwortlichkeit aufwirft, und verweist auf Parallelen zu anderen Unregelmäßigkeiten in der jüngeren Vergangenheit. Die "Süddeutsche Zeitung" hebt hervor, dass die Union intern über die zukünftige Aufstellung in Verkehrsfragen diskutiert und Beobachter darauf hinweisen, dass auch das Image der Partei auf dem Spiel steht.