Wer in diesen Tagen an deutschen Tankstellen unterwegs ist, merkt es vielleicht schon: Der mittägliche Preissprung ist spürbar. Eine ADAC-Auswertung der ersten Aprilhälfte 2026 mit Daten von über 14.000 Zapfsäulen zeigt, wie Super E10 ab 12 Uhr im Durchschnitt um neun Cent je Liter nach oben schießt. Für Diesel sind es sogar noch etwas mehr – etwa 10,5 Cent. Danach folgt ein langsames Abgleiten der Preise in Richtung Tagesmittelwert bis zum Abend. Der echte Sparfuchs steht früh auf: Ab sechs Uhr morgens lässt sich bereits günstiger als zum Tagesmittel tanken, der beste Zeitpunkt liegt kurz vor zwölf Uhr, wenn der Wert knapp darunter liegt. Schlag 12 gibt es dann diesen sprichwörtlichen Ruck nach oben.
Die Regelung schreibt vor, dass Tankstellen nur noch einmal täglich ihre Spritpreise erhöhen dürfen, Preissenkungen jedoch so oft es beliebt. Angeblich sollte das mehr Planbarkeit fürs Portemonnaie der Autofahrer bringen. Der ADAC hat aber von Beginn an vermutet, dass die Mineralölkonzerne auf jene Begrenzung mit kräftigeren Risikoaufschlägen reagieren, was nun Realität ist. Dabei konnte man zuvor ebenso gut günstige Tankzeiten ermitteln, nur eben im Schnitt zu niedrigeren Preisen.
Die Haltung der Autofahrenden? Durchwachsen bis kritisch. Laut aktueller ADAC-Befragung stehen nur 21 Prozent hinter dem neuen Modell, während beinahe doppelt so viele (42 Prozent) davon enttäuscht sind oder es ablehnen. Immerhin: Drei von vier haben zumindest mitbekommen, dass es diese neue Mittagspreisschraube überhaupt gibt – der Bekanntheitsgrad ist da, die Begeisterung eher nicht.
Für den schnellen Überblick hilft die ADAC-Drive-App, die in Echtzeit Spritpreise an fast jeder deutschen Zapfsäule anzeigt. Wer tiefer einsteigen will, findet unter www.adac.de/tanken noch mehr Zahlen und aktuelle Infos.
Ansprechpartner für Presse: aktuell@adac.de
Originalmeldung vom ADAC, bearbeitet und überarbeitet.
Das Österreich-Modell sieht vor, dass Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen nur noch einmal täglich (meist um 12 Uhr) erhöht werden dürfen, während Preissenkungen weiterhin flexibel möglich sind. Die Hoffnung auf mehr Transparenz und bessere Planbarkeit beim Tankzeitpunkt wurde jedoch getrübt, da Mineralölkonzerne nun mit höheren Risikoaufschlägen auf die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten reagieren und die Spritpreise insgesamt steigen, was ADAC-Analysen bestätigen. Laut einer neuen ADAC-Umfrage lehnt die Mehrheit der deutschen Autofahrer die Regelung ab – viele empfinden die Preisstruktur als undurchsichtiger und die Einsparmöglichkeiten als geringer als zuvor. Recherchierte Fakten: In verschiedenen Medien – darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung – wurden in den letzten 48 Stunden Diskussionen über die anhaltend hohen Spritpreise und die Unzufriedenheit vieler Autofahrer mit dem Regime öffentlich. Auch Umweltverbände melden sich zu Wort und sehen die Maßnahme teils kritisch, da sie die Energiekosten für viele Haushalte weiter verteuert und keine deutliche Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz erkenne lässt.