Trump pocht abermals auf Grönlands Zugehörigkeit zu den USA

Wenige Stunden vor dem Treffen zwischen hochrangigen Delegationen aus Dänemark und den Vereinigten Staaten in Washington hat Donald Trump erneut massive Ansprüche auf Grönland erhoben – diesmal über sein Netzwerk Truth Social.

heute 13:03 Uhr | 3 mal gelesen

Amerika brauche Grönland dringend, behauptet Trump, und nennt dabei Sicherheitsinteressen als Hauptgrund. Der 'Golden Dome', was immer das nun ganz konkret bedeuten soll – ließ Trump offen –, stehe dabei im Mittelpunkt. Aus seiner Sicht soll möglichst die NATO den Weg frei machen. Doch Trump malte auch ein düsteres Szenario: Falls Amerika nicht bald zugreife, säßen schon bald russische oder chinesische Kräfte am Steuer – und wer wolle das schon? Trump betonte zudem, dass die NATO quasi nichts wert sei ohne „die enorme Macht“ der USA. Seine Worte: „Die NATO, ohne die Vereinigten Staaten? Ein zahnloser Tiger.“ Versinnbildlichen lässt sich das alles mit dem Bild eines Pokertisches: Wer Grönland besitzt, hält – jedenfalls nach Trumps Logik – die Asse in der Hand. Die erneuten Forderungen sorgen bei Dänemarks Regierung (und wohl auch quer durch Europa) für Unmut. Am Nachmittag stehen deshalb Gespräche mit US-Vizepräsident JD Vance, US-Außenminister Marco Rubio sowie dem dänischen Außenminister Lars Lokke Rasmussen und Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt an. Was dabei herauskommt? Schwer zu sagen – aber der Ton bleibt verschärft.

Trump hat kurz vor einem diplomatischen Spitzentreffen zwischen Dänemark und den USA erneut öffentlich Ansprüche auf Grönland formuliert und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen unterstrichen. Begehrlichkeiten an Grönland sind nicht neu – schon 2019 sorgte Trumps Vorschlag, die Insel zu kaufen, für diplomatische Verstimmungen zwischen den USA und Dänemark. Aktuell wird Trumps Aussage von politischen Experten teils als abermaliger Versuch gesehen, geopolitische Unsicherheiten für Profilierung zu nutzen, während Dänemark weiterhin klar Position gegen eine wie auch immer geartete US-Übernahme von Grönland bezieht. Dänisches und grönländisches Regierungspersonal betonen unisono die Souveränität der Insel und machen deutlich, dass Grönland nicht zum Verkauf steht. Die geopolitische Attraktivität Grönlands hat in den vergangenen Jahren, auch wegen klimatischer Veränderungen und Rohstoffinteressen, erheblich zugenommen. Eine wirkliche Annäherung scheint nicht in Sicht zu sein. Interessant ist außerdem, dass Trumps aktuelle Rhetorik parallel zur zunehmend angespannten Sicherheitslage im Nordatlantik kommt, unter anderem da China seine Forschung in der Arktis stark ausgebaut hat, und Russland neue Militärstützpunkte aufbaut. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere die EU, betrachtet daher beide US-Präsidentschaftsbewerber – Trump wie Biden – mit wachsender Skepsis, was künftige Allianzen und Einflusszonen rund um das nördlichste Europa angeht.

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