Trump zieht bei Anthropic den Stecker: US-Behörden verlieren KI-Partner

Donald Trump kappt die Verbindung: Bundesbehörden in den USA dürfen künftig nicht mehr mit Anthropic kooperieren – und das hat Gründe, die tiefer gehen als reine Technik-Empfehlungen.

heute 22:03 Uhr | 2 mal gelesen

Die Worte, die Trump am Freitag durch die Medien schickte, klingen wie ein endgültiger Schlussstrich: "Wir brauchen sie nicht, wir wollen sie nicht – und Geschäftsbeziehungen sind damit für immer erledigt." Bemerkenswert ist allerdings: Für Institutionen wie das Verteidigungsministerium bleibt eine sechsmonatige Galgenfrist, bevor sämtliche Brücken abgebaut werden. Trump formuliert das gewohnt markig: "Die Vereinigten Staaten werden niemals zulassen, dass eine woke Firma unserem Militär Vorschriften macht." Hintergrund sind diesbezüglich wohl die Richtlinien von Anthropic, die laut mehreren Berichten verhindern, dass ihre KI-Modelle für Zwecke wie Massenüberwachung oder autonome Waffensysteme eingesetzt werden. Interessant: Obwohl Anthropic aus Pentagon-Sicht lange als Goldstandard unter den KI-Firmen galt – immerhin flossen rund 200 Millionen Dollar Fördergelder –, verweigerte das Unternehmen im Gegenzug vollständigen Zugang zu seinen Systemen, insbesondere für sensible oder ethisch umstrittene Nutzungen. Im Kern geht es also auch um ein Gerangel, welche Ethik die Oberhand gewinnt – Silicon Valley oder Pentagon?

Trump hat am Freitag offiziell Anweisung gegeben, dass US-Bundesbehörden ihre Zusammenarbeit mit Anthropic einstellen müssen. Der Streit entzündete sich an den ethischen Leitlinien des KI-Unternehmens, das sich weigert, seine Technologie für militärische Zwecke wie Massenüberwachung oder autonome Waffen zur Verfügung zu stellen – ein Konflikt, der Fragen nach Verantwortung und Kontrolle aufwirft. Unterdessen bleibt spannend, wie andere Tech-Konzerne und Behörden reagieren werden: Der Fall Anthropic wirft große Schatten auf künftige Deals zwischen Washington und der KI-Branche. Laut einer aktuellen Analyse von taz.de wird die Entscheidung von Trump sowohl in Sicherheitskreisen als auch von Bürgerrechtsgruppen kontrovers diskutiert – während Befürworter den Fokus auf nationale Sicherheit loben, warnen andere vor einem Rückschlag für ethische Standards in Technologiekooperationen. Die Debatte um „KI made in America“ verschärft sich weiter, da auch OpenAI und Google mit ähnlichen Anforderungen aus Washington konfrontiert sind. Weiterhin berichtet die FAZ, dass das Verteidigungsministerium eigentlich eng mit Anthropic an fortschrittlichen Analysewerkzeugen gearbeitet hat und nun unter Druck steht, alternative Anbieter mit vergleichbaren ethischen Leitplanken zu finden. In der Summe verdeutlicht die Nachricht, wie fragil das Machtgefüge zwischen Silicon Valley, Washington und globalen Sicherheitsinteressen geworden ist.

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