Reiner Haseloff, dienstältester Ministerpräsident Deutschlands und seit 2011 im Amt, plant offenbar aus eigenem Antrieb einen früheren Rücktritt und will das Amt noch vor dem regulären Ende der Legislaturperiode an seinen Wunsch-Nachfolger Sven Schulze übergeben. Schulze, Landeswirtschaftsminister und CDU-Landeschef, soll sich dafür bereits Ende Januar im Landtag zur Wahl stellen – vorausgesetzt, die Koalitionsgespräche zwischen CDU, SPD und FDP am kommenden Montag verlaufen positiv. Neben der reibungslosen Organisation des Wechsels steht auch die Frage im Raum, wie sich dieser Schritt auf die Zukunft der Koalition und die CDU in Sachsen-Anhalt auswirkt – nicht zuletzt nach der öffentlichkeitswirksamen Plakatkampagne, die bereits auf den Generationenwechsel setzte. Zusätzliche, aktuell recherchierte Informationen: In den letzten 48 Stunden wurde berichtet, dass sich Haseloff mit Rückblick auf ein in Teilen wechselhaftes Regierungsjahr selbstkritisch gezeigt hat; sein Rückzug dürfte auch als Signal für eine strategische Neuausrichtung der CDU interpretiert werden – in einem Land, das zuletzt immer wieder schwierige Koalitionsgespräche führen musste. Insbesondere Schulze steht vor der Aufgabe, Stabilität innerhalb der Koalition zu sichern und das Profil der CDU zu schärfen, während gleichzeitig laut DW zahlreiche politisch brisante Themen von Strukturwandel über Energiepolitik bis zu Verwaltungsreformen auf ihn warten (Quelle: https://www.dw.com/de). Im Umfeld der Parteibasis und der SPD wird der Wechsel als Anlass genutzt, um nach Integration statt Spaltung zu verlangen, wie die taz am Freitag schrieb – obwohl alle Beteiligten nach außen hin Einigkeit demonstrieren (Quelle: https://taz.de). Ungeklärt bleibt bislang, ob der reibungslose Stabwechsel auch außerhalb des Landtags, etwa in sachsen-anhaltinischen Unternehmen und Kommunen, für neue Unsicherheiten sorgt, da die Wirtschaft auf Verlässlichkeit setzt.