Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt US-Militäraktion in Venezuela ab

Laut aktueller Befragung des Deutschlandtrends meint rund jeder zweite Deutsche: Deutschland und die EU sollen zu den US-Aktionen in Venezuela klar Position beziehen – und das selbst dann, wenn dies Donald Trump missfallen könnte.

08.01.26 20:48 Uhr | 10 mal gelesen

Da saß ich also mit einer dampfenden Tasse Kaffee und stolperte über die Ergebnisse der neuesten Umfrage – so richtig überrascht hat es mich nicht: Über 1.300 Leute hat Infratest Anfang dieser Woche in Sachen Venezuela befragt, und das Meinungsbild ist eindeutig zwiegespalten, aber mit klarem Trend. Die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, Berlin und Brüssel müssen Haltung zeigen, auch auf die Gefahr hin, dass im Weißen Haus die Laune kippt. 39 Prozent hingegen sähen lieber stille Zurückhaltung – vielleicht liegt da Angst vorm großen Krawall in der Luft? Interessant übrigens, wie sehr sich die Parteipräferenzen aufteilen: CDU/CSU-Anhänger sind fast ausgelotet (48 zu 45 Prozent für und gegen eine deutliche Ansage). Wer AfD wählt, zieht meist das diplomatische Ducken vor, während linkere Lager (Grüne, Linke, SPD) überdeutlich auf Haltung pochen. Der Auslöser: Die USA haben militärisch in Venezuela eingegriffen, Maduro verhaftet und außer Landes geschafft. Eine Maßnahme, die für satte 72 Prozent der Befragten nicht nur überzogen, sondern schlicht ungerechtfertigt ist. Nur 12 Prozent haben Verständnis. Vielsagend auch, dass ein beachtlicher Teil der Deutschen (81 Prozent) große Sorge hat, dass in der internationalen Politik nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Wenn wir mal ehrlich sind: Wer traut sich da noch, auf „keine Sorge“ zu machen (immerhin fast jeder Sechste)? So oder so – es bleibt ein schmaler Grat zwischen Diplomatie und Haltung.

Die Stimmungslage in Deutschland kippt deutlich gegen das US-Vorgehen in Venezuela. Laut ARD-Deutschlandtrend spricht sich eine knappe Mehrheit der Befragten für eine klare kritische Haltung der Bundesregierung und der EU aus, trotz möglicher Irritationen in Washington. Die Aktion der US-Militärs, Präsident Nicolás Maduro gefangen zu nehmen und außer Landes zu bringen, stößt bei den Deutschen überwiegend auf Ablehnung: 72 Prozent halten sie für nicht gerechtfertigt. Nur ein kleiner Anteil (12 Prozent) findet die Militäraktion akzeptabel; der Rest ist unsicher oder enthält sich. Über die Parteigrenzen hinweg zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Grüne, Linke und SPD besonders für klares Einmischen plädieren, hält sich die AfD-Wählerschaft zurück. Angesichts solcher Spaltungen formt sich ein politisches Dilemma: Offenbar wächst in der Bevölkerung das Unbehagen gegenüber einer Weltordnung, in der die Starken einfach machen, was sie wollen. Werfen wir noch einen Blick auf aktuelle Meldungen aus anderen verlässlichen Quellen: Der Medienfokus der letzten Tage lag stark auf den internationalen Reaktionen, den möglichen Folgen für die Region sowie der Frage, wie weit traditionell befreundete Staaten bereit sind, der US-Linie zu folgen.

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