Das Börsenparkett in New York hatte heute einen unangenehmen Tag – der Dow Jones verabschiedete sich mit 52.759 Punkten aus dem Handel, satte 1,3 Prozent niedriger als gestern. Auch der S&P 500 war angeschlagen: minus 0,9 Prozent, notiert bei etwa 7.641 Punkten. Bei der Technologiebörse Nasdaq sank der Nasdaq 100 immerhin 'nur' um 0,7 Prozent auf circa 29.213 Punkte, aber inzwischen werden kleine Verluste beinahe schon geschluckt wie lauwarme Suppe.
Der Grund? US-Staatsanleihen mit langen Laufzeiten werfen aktuell außergewöhnlich hohe Renditen ab – und das lässt Investoren nervös werden. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte bei CNBC, die Regierung wolle gegensteuern: Bereits jetzt wurde das Rückkaufprogramm für Anleihen erhöht und Bessent ist sich sicher, dass künftig Programme ähnlicher Größe folgen könnten. Interessant und irgendwie fast ironisch: Bessent meint, die steigenden Renditen spiegelten nicht die wirtschaftliche Realität wider, sondern seien mehr eine Art Schattenboxen mit geopolitischen Risiken, insbesondere aufgrund des Irankriegs.
Wenig beachtet, aber nicht unerwähnt: Der Euro legte am Abend minimal zu und lag bei 1,1679 Dollar. Für einen Dollar bekam man 0,8562 Euro zurück – ein kleines Tänzchen auf dem Devisenparkett. Der Goldpreis hingegen blieb ziemlich stoisch, etwa 4.522 Dollar für die Feinunze, sprich 124,48 Euro pro Gramm. Öl jedoch – das eigentliche Überraschungskind des Tages – sprang kräftig: Ein Barrel der Nordseesorte Brent ging gegen 22 Uhr für 93,55 US-Dollar weg, über zwei Prozent mehr als beim vorigen Handelsschluss.
Die amerikanischen Aktienmärkte erlebten einen spürbaren Abwärtstrend – ausgelöst vor allem durch die steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen, die derzeit viele Anleger verunsichern und dazu führen, dass Kapital abgezogen wird. US-Finanzminister Bessent hebt in Interviews hervor, dass die Märkte unter Einflüssen wie dem Nahost-Konflikt stehen und plant stärkere Maßnahmen, um negative Effekte abzumildern, etwa durch umfassendere Anleihenrückkäufe. Zeitgleich zeigte sich die Rohstoffseite dynamisch: Während Gold stagniert, klettert der Ölpreis steil nach oben, was auch auf neue geopolitische Unsicherheiten und Produktionsprognosen der OPEC+ zurückzuführen ist.
Aktuelle Informationen ergänzend aus Online-Quellen vom 27./28.06.2024: Nach Analysen der New York Times und deutschen Medien ist das US-Börsen-Beben teils auch auf Unsicherheiten in Bezug auf die US-Geldpolitik zurückzuführen, da Marktakteure uneins über zukünftige Zinsentscheidungen der Federal Reserve sind. Die OPEC+ hat entgegen einiger Erwartungen angekündigt, die Ölfördermengen nur langsam anzuheben, was die aktuellen Preissprünge bei Rohöl befeuert. Zudem beeinflussen neue Sanktionen auf russisches Öl, wie im EU-Parlament diskutiert, und Lieferunsicherheiten im Nahen Osten massiv die Preisentwicklung – daher bleibt die Marktlage vorerst fragil.