Verdi schlägt Alarm: Unicredit-Übernahme der Commerzbank bedroht Zehntausende Jobs

Die Gewerkschaft Verdi äußert große Sorge angesichts möglicher Folgen einer Übernahme der Commerzbank durch die italienische Bankengruppe Unicredit – besonders für die Beschäftigten.

heute 08:56 Uhr | 3 mal gelesen

Kaum sind die Spekulationen um einen Zusammenschluss von Unicredit und Commerzbank wieder aufgeflammt, da hagelt es schon Kritik vonseiten der Gewerkschaft Verdi. Jan Duscheck, bei Verdi für das Bankgewerbe zuständig, befürchtet einen enormen Stellenabbau, sollte es tatsächlich zu einer Fusion kommen. Seiner Einschätzung nach könnten gut und gerne über 10.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen – in erster Linie trifft es wohl klassische Tätigkeiten im Verwaltungsapparat, in der IT oder im Backoffice. Das klingt erst einmal nach nüchternen Zahlen, aber eigentlich sind es individuelle Existenzen, um die es hier geht. Durch eine mögliche Zusammenlegung von Filialen entstünde darüber hinaus ein Flickenteppich an Personalüberschüssen, etwa in den Zentralen in Frankfurt und München – kein schöner Ausblick, ehrlich gesagt. Die Hypovereinsbank – ohnehin bereits Teil des Unicredit-Konzerns – könnte im Zuge dieser Übernahme gleich mit in den Strudel gezogen werden. Duscheck spart auch nicht mit Kritik an Unicredit-CEO Andrea Orcel: Dessen Vorgehen sei schwer einzuschätzen und untergrabe sowohl das Vertrauen der Mitarbeiter als auch der deutschen Wirtschaft. Man könnte meinen, es geht hier nur um Zahlen, aber letztlich stehen hier Menschen, Gewohnheiten und so etwas wie Sicherheit am Arbeitsplatz auf dem Spiel.

Verdi warnt eindringlich vor möglichen Arbeitsplatzverlusten im Zuge einer Übernahme der Commerzbank durch Unicredit – besonders Verwaltungsbereiche, IT und Backoffice könnten stark betroffen sein, ebenso Standorte in Frankfurt, München sowie die Hypovereinsbank. Entwicklungen der letzten Tage zeigen, dass das Thema Bankenfusionen aktuell in ganz Europa kritisch diskutiert wird: Neben möglichen Synergien stehen vor allem Arbeitsplatzabbau, Betriebsratsbeteiligung und Fragen zur Stabilität des deutschen Finanzstandorts im Mittelpunkt. In vielen Medien wird auch beleuchtet, wie internationale Bankenübernahmen das Vertrauen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch das der Kundschaft und Investoren erschüttern können. Aktuelle Recherchen zeigen: 1) Bei der Deutschen Bank werden laut "FAZ" erneut interne Pläne zur Fusion mit internationalen Akteuren diskutiert, um auf dem europäischen Markt zu bestehen, wobei insbesondere IT- und Filialjobs unter Druck geraten (Quelle: FAZ). 2) Laut "Süddeutsche Zeitung" gibt es europaweit vermehrte Warnungen von Arbeitnehmervertretungen zu negativen Folgen von Bankenfusionen; der Fokus liegt auf Arbeitsplatzabbau und dem Verlust regionaler Identität (Quelle: Süddeutsche Zeitung). 3) "Handelsblatt" berichtet, dass sich die Commerzbank zuletzt mit Restrukturierungsplänen auf eine Übernahme vorbereitet hat, was Unsicherheit bei den Angestellten weiter schürt (Quelle: Handelsblatt).

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