Wer an Katastrophen zurückdenkt, der landet unweigerlich bei Tschernobyl. Sonntag, 26. April, ab 21 Uhr: Der HISTORY Channel rollt die Geschehnisse von damals in einer Doku-Sondernacht noch einmal auf – mit einem frischen Blick. Es geht los mit der deutschen Premiere der 47-minütigen Dokumentation "Tschernobyl – Die ersten 48 Stunden". Das Spannende daran: Der Film arbeitet die dramatische Abfolge der Ereignisse – beginnend mit dem verheerenden Sicherheitstest, der alles ins Rollen brachte – Stunde um Stunde auf. Der Fokus liegt auf dem unvorstellbaren Druck damals im Kontrollraum, der Arbeit der Feuerwehr (viele von ihnen zahlten mit ihrem Leben) und etwa auch auf den Helden, die sich in lebensbedrohender Mission als Taucher unter das zerstörte Reaktorinnere vorwagten. Besonders packend werden die Evakuierungserlebnisse der über 50.000 Einwohner von Prypjat nachgezeichnet, unterstützt durch Stimmen derer, die in jener Nacht Dienst hatten: Krankenschwestern, Sanitäter, der diensthabende Operator, aber auch Experten für Radiochemie und Militär erklären, was damals hinter den Kulissen lief.
Anschließend (21:55 Uhr) begeben sich Wigald Boning und Fritz Meinecke in "Todeszone Tschernobyl" direkt in die verlassene Sperrzone. Ausgerüstet mit Geigerzähler und begleitet von Fachleuten wie dem ehemaligen Liquidator Wladimir Usatenko begehen sie die Überreste von Kraftwerk, Stadt und einem inzwischen verwunschenen Rummelplatz. Wenn Boning schildert, wie nur eine Mauer sie vom Unglücksreaktor trennt, spürt man Beklommenheit fast körperlich. Richtige Gänsehaut – mir zumindest geht’s so.
Abgerundet wird das Themenprogramm um 22:25 Uhr von „Fukushima – Im Schatten der Katastrophe“ – ein Brückenschlag zur jüngeren Geschichte nuklearer Unfälle. Weitere Infos und Hintergründe liefert die Webseite history.de sowie deren Social-Media-Kanäle.
Die Dokumentar-Sondersendung des HISTORY Channel markiert vier Jahrzehnte seit Tschernobyl – als Rückgriff auf eine Katastrophe, deren Nachbeben bis heute nachhallen. Die erste der drei Dokus, "Tschernobyl – Die ersten 48 Stunden", legt den Fokus auf die brisante Zeit direkt nach dem Unglück und lässt Augenzeugen von damals, darunter Pflegekräfte und der leitende Operator, zu Wort kommen. Besonders die Emotionalität, mit der Betroffene und Forschende von Gefahr, Rettungsaktion und späterer Evakuierung berichten, lässt an der Tragweite der Geschehnisse keinen Zweifel. Zusätzlich gewinnt die Thematik angesichts der aktuellen Debatte um Energiewende und Atomkraft in Europa wieder neue Aktualität; jüngste Berichte zeigen, wie massiv die Folgen radioaktiver Kontamination noch Jahrzehnte später die Umwelt prägen – und wie brisant etwa der russische Überfall auf die Ukraine 2022 erneut die Kontrolle über Tschernobyl zum Politikum machte.