Wenn Wacken einen Gründungsmythos hätte, wäre es vermutlich eine Mischung aus Landluft, Freundschaft und ziemlich viel Chaos. Im neuen Podcast 'Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen', ab sofort bei ARD Sounds, geht es genau darum: Die Journalistin Maja Bahtijarević rollt in sechs Folgen die Zeit zurück bis 1990, als ein Haufen Dorfkumpels den Grundstein für das ikonische Metal-Festival legte – damals wusste wohl niemand, was daraus einmal werden würde.
Im Podcast erzählen Menschen, deren Stimmen bislang oft untergingen – alteingesessene Wackener, stille Helfer, Weggefährten mit teils ganz eigenen Sichten auf das Festival. Eine offizielle Gründungsstory gibt es zwar: Zwei Freunde, ein Bier, die zündende Idee. Aber im Gespräch merkt man schnell, dass eigentlich ein ganzes Dorf entscheidend war – Ehrenamt, spontane Begeisterung und nicht zuletzt eine Menge Improvisation.
Doch die Wende: Inzwischen gehört das Festival mittelbar einem Private-Equity-Konzern aus New York, die US-Investoren und internationale Markenmaschinerie stehen im Hintergrund – eine Entwicklung, die nicht allen schmeckt. 'Die Seele wurde verkauft', sagt Finanzanalyst Stefan Loipfinger im Podcast, und spricht damit vielen Fans aus der Seele. Einer der Gründer, Thomas Jensen, ist da vorsichtiger: Er hoffe, dass die Investoren weiter auf die Community hörten.
Bahtijarević nimmt sich Zeit für die oft unbequemen Fragen: Wer prägte Wacken wirklich? Wo verläuft die unsichtbare Grenze zwischen Mythos, Dorf und Millionengeschäft? Es gibt viele Sichtweisen – und einen Kern der Nostalgie: Denn Wacken war ein Dorf, lange bevor eine einzige Gitarre erklang. Der neue Podcast steht jetzt in der ARD-Audiothek bereit.
Der Podcast 'Wem gehört Wacken?' beleuchtet die Entwicklung des Metal-Festivals von einem Dorfprojekt zu einer globalen Marke, die heute teilweise von einem US-Investor kontrolliert wird. Dabei kommen sowohl Gründungsmitglieder als auch langjährige Helfer und lokale Stimmen zu Wort. Jüngst wurde in mehreren Berichten thematisiert, wie der Einfluss internationaler Kapitalgeber auf deutsche Festivals insgesamt wächst; etwa ist die Diskussion um den Verlust des 'Community-Gefühls' und die Kommerzialisierung vielerorts spürbar. In aktuellen Artikeln der 'Süddeutschen' und 'Zeit' wird zudem beschrieben, dass die neue Struktur zwar finanzielle Sicherheit bringen kann, aber auch zu Entfremdung zwischen Veranstaltern und Fans führt. Parallel berichten Metalfans auf Social Media widersprüchlich: Einige loben die Professionalität, andere fürchten um das traditionelle, familiäre Flair von Wacken.