Wadephul betont Bedeutung enger Kooperation mit Indopazifik-Staaten

Johann Wadephul (CDU) reist in den Indopazifik, um mit lokalen Partnern enger zusammenzuarbeiten. Er sieht in der Region Chancen, aber auch Risiken, die für Deutschland und Europa eine Rolle spielen.

heute 11:21 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist interessant, wie sehr Berlin und Brüssel heute von dem beeinflusst werden, was Tausende von Kilometern entfernt im Indopazifik passiert. Die wirtschaftliche Schubkraft und der Erfindungsreichtum dort wirken bis nach Europa – das merkt man nicht nur beim Export, sondern auch spätestens, wenn es irgendwo hakt, sei es wegen geopolitischer Konflikte oder einer brüchigen Lieferkette. Wadephul hat das klar erkannt. Er will auf seiner Reise nach Singapur, Neuseeland, Tonga, Australien und Brunei nicht nur die üblichen diplomatischen Höflichkeiten austauschen. Im Kern geht es ihm darum, die gegenseitigen Interessen zu bündeln: Sicherheit, Multilateralismus, offene Märkte – letztlich genau das, was in den letzten Jahren oft auf die Probe gestellt wurde. Es klingt vielleicht nach den immer gleichen Phrasen vom 'gemeinsamen Einsatz für Fairness im Handel' und 'Stabilität auf Seewegen', aber am Ende wird sich gerade dort viel entscheiden. Wie sicher sind die Korridore für Schiffe zwischen Taiwan und dem südchinesischen Meer? Und wie sehr ist Deutschland eigentlich bereit, seine Rohstoffbeschaffung wirklich zu diversifizieren? Das bleibt offen. Jedenfalls ist klar: Für Deutschland als Exportnation ist der Indopazifik schlicht systemrelevant – und der Weg zu mehr Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten vielleicht steiniger, als es die Worte aus der Politik vermuten lassen.

Wadephul verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit mit wichtigen Ländern im Indopazifik auszubauen. Die Region hat in den letzten Monaten verstärkt an Bedeutung gewonnen – nicht nur wegen ihrer enormen wirtschaftlichen Potenziale, sondern vor allem wegen wachsender Spannungen, etwa rund um Taiwan. Deutschland bemüht sich laut aktuellen Berichten auch darum, politisch unabhängiger von China zu werden, ohne jedoch wirtschaftliche Brücken abzubrechen. Die deutsche Außenpolitik setzt zunehmend auf Dialog und Multilateralismus; dabei wird diskutiert, wie Europa sich besser gegen außenpolitische Schocks wappnen kann. Die Sicherung interkontinentaler Lieferketten, die Diversifizierung der Importe – vor allem im Bereich kritischer Rohstoffe – und stabile Beziehungen im südostasiatischen Raum stehen im Mittelpunkt aktueller Debatten. Viele Beobachter fragen sich jedoch, ob Deutschlands Engagement letztlich tiefgreifend genug ist, um in der sich verändernden globalen Landschaft tatsächlich nachhaltige Wirkung zu entfalten.

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