Warnungen aus der Apotheke – Versorgungssicherheit nicht für Einsparungen opfern
In Berlin äußert sich Thomas Preis, Präsident der ABDA, kritisch zu den heute veröffentlichten Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge. Während die Bundesregierung über grundlegende Reformen nachdenkt, mahnt Preis: Kostenkürzungen dürfen nicht auf Kosten der Versorgung durch Apotheken geschehen.
heute 17:48 Uhr | 3 mal gelesen
Die Vorschläge der Finanzkommission sehen erneut Einsparungen bei Apothekenkosten vor. Thomas Preis, seit Jahren in vorderster Front für die Standesvertretung aktiv, verweist jedoch auf die bittere Realität: In den letzten 13 Jahren haben rund 20 Prozent aller Apotheken dichtgemacht – Trotz schrumpfendem Netz hat sich das Apothekenhonorar seit 2013 kein bisschen bewegt. Zwar ist im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung eine Erhöhung auf 9,50 Euro vorgesehen, doch von sichtbarer Verbesserung ist wenig zu spüren. Werden die Honorare weiter ausgehöhlt und das wirtschaftliche Überleben noch schwieriger gemacht, steht die wohnortnahe Arzneimittelversorgung ernsthaft auf der Kippe. Besonders die pharmazeutischen Dienstleistungen – ein immer wichtigerer Pfeiler der Früherkennung und Gesundheitsprävention – geraten unter Druck, wenn die Bezahlung nicht stimmt. Preis glaubt: Fast schon ironisch profitiert die GKV von diesen Leistungen durch weniger Behandlungskosten – und trotzdem drohen Honorarkürzungen. Im Appell an Gesundheitsministerin Nina Warken betont Preis daher mit Nachdruck: Lippenbekenntnisse zum Erhalt der Versorgung reichen nicht. Die Ministerin müsse jetzt Wort halten und Taten folgen lassen – sonst könnten bald noch weniger Apotheken diese zentrale Rolle ausfüllen.
Der Konflikt um die Stabilisierung der GKV-Beitragssätze ist beispielhaft für die schwierige Suche nach Einsparpotenzialen, ohne belastbare Strukturen preiszugeben. In den letzten Tagen betonten verschiedene Quellen, dass der Apothekenschwund vor allem ländliche Regionen trifft und dort die medizinische Versorgung immer löchriger wird. Laut der Süddeutschen Zeitung gab es etwa 2023 bundesweit über 400 Apothekenschließungen, wobei die Gründe vielschichtig sind: wirtschaftlicher Druck, Personalmangel und bürokratische Hürden. Zusätzlich wurde die Rolle der pharmazeutischen Dienstleistungen in jüngsten Publikationen hervorgehoben – sie helfen nicht nur Patienten, sondern entlasten auch das Gesundheitssystem durch Prävention, wie es in der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte zunehmend betont wird. Die Diskussion über faire Honorare ist kein Selbstzweck, sondern entscheidend für die Aufrechterhaltung der flächendeckenden Versorgung und der öffentlichen Gesundheit insgesamt.