Kaum steht man mit einem LKW ein paar Autostunden von der Heimat entfernt, schon fühlt es sich manchmal an wie ein Sprung in ein anderes Universum – zumindest was die Abläufe betrifft. Europas Landkarte mag auf den ersten Blick offen und durchlässig wirken, tatsächlich stößt jeder, der Transporte organisiert, schnell auf einen Flickenteppich aus Regelwerken und unwägbaren Eigenheiten. Maut hier, Sonderregelung dort, und ein Feiertag, von dem vor Ort noch niemand gehört hat. Es klingt paradox: Je digitaler und globalisierter alles wird, desto mehr Details treiben Unternehmen wie zipmend in den Wahnsinn.
Die Niederlande waren für das Hamburger Team fast ein digitales Paradies. Klar, nicht alles läuft auch dort glatt, aber die Offenheit für automatisierte Lösungen war inspirierend. Währenddessen – kaum zu glauben – besteht in Frankreich nach wie vor ein starker Hang zum Telefon: Persönlicher Kontakt statt digitalem Prozess, so sieht es aus. Und dann die Schweiz. Wer glaubt, ein paar Kilometer durch die Alpen wären nur eine landschaftliche Herausforderung, der hat noch keine Zollformulare ausgefüllt. Plötzlich spielen auch Umsatzsteuer-Nummern eine Rolle, nicht unwesentlich, insbesondere für die Buchhaltung, die über Nacht um vieles komplizierter wird.
Was für den Außenstehenden oft nach simpler Ausrollung von Webseiten und Apps klingt, ist in Wahrheit ein ständiges Ringen mit Details, die man vorher nie auf dem Schirm hatte. Trede formuliert es nüchtern: Es ist eben viel mehr als Marketing und IT. Hinter jeder neuen Grenze warten neue Kleinigkeiten und Absurditäten – aber auch Chancen, das eigene Geschäftsmodell zu schärfen. Zu lernen, wann man besser mitgeht und wann man gegen den Strom schwimmt, ist vielleicht die wichtigste Kompetenz im Geschäft der Logistik.
Der Beitrag schildert auf anschauliche Weise die Herausforderungen, mit denen ein Gründer im europäischen Logistikmarkt konfrontiert ist. Unterschiede in Gesetzgebung, Verwaltung, Technologieaffinität, Feiertagen und sogar in der Art der Kommunikation machen eine Expansion zur Geduldsprobe – so die Erfahrung von zipmend. In aktuellen Nachrichten der letzten 48 Stunden werden unter anderem die Auswirkungen des EU-Mobilitätspakets, anhaltende Lieferkettenunterbrechungen und die Rolle nachhaltiger Transportlösungen diskutiert. Laut 'Süddeutsche Zeitung' beobachten Fachleute erhöhte Transportkosten aufgrund neuer Mautregelungen und wachsender Bürokratie, während Branchenvertreter auf eine Harmonisierung drängen (Quelle: Süddeutsche Zeitung); die 'FAZ' analysiert, wie die Transformation zu klimafreundlicherem Güterverkehr durch unterschiedliche nationale Vorgaben gebremst wird, und fordert mehr politischen Pragmatismus (Quelle: FAZ); der 'Spiegel' berichtet von neuen digitalen Tracking-Lösungen, die lokale Unterschiede überbrücken. Insgesamt bleibt der Markt ein Puzzle, für das es nach wie vor keinen einfachen Generalschlüssel gibt.