Mal ehrlich: Der Wind stand für den Hafen Rotterdam im Jahr 2024 spürbar auf Gegenkurs. Vorstandschef Boudewijn Siemons hat in einem Gespräch mit der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' relativ offen eingeräumt, dass die Transportzahlen im letzten Quartal wohl kaum das Minus der ersten drei Quartale eingeholt haben. Da lag der Rückgang ja bei 2,6 Prozent – klingt vielleicht nicht dramatisch, aber wenn man das auf 320 Millionen Tonnen umlegt, ist das schon eine ordentliche Portion Fracht weniger. Besonders deutlich: Die Verladung von Eisenerz und Schrott ist um ein Achtel eingebrochen, was stark mit der schwächelnden deutschen Stahlindustrie zusammenhängt. Andere Bereiche hatten ebenfalls zu kämpfen, allerdings gab es im Containergeschäft ein leichtes Plus – immerhin ein kleiner Lichtblick. Siemons wirkte im Interview fast ein bisschen lakonisch, als er sagte, ein Quartal könne schlecht die drei schwachen Viertel davor wieder ausgleichen. Und ganz ehrlich, solange die Konjunktur keine Sprünge macht, bleibt’s eben beim Kater statt beim Feuerwerk.
Der Rotterdamer Hafen, das Tor zu Europa, befindet sich am Scheideweg: Nach einem weiteren Jahr sinkender Umschlagsmengen bleibt der Ausblick verhalten. Während Container leicht zulegten, setzten besonders der Rückgang bei Rohstoffen und die schwache industrielle Nachfrage dem Hafen zu. Siemons dämpft die Erwartungen fürs nächste Jahr und betont, dass kurzfristige Aufholjagden unrealistisch sind. Neuere Berichte zeigen, dass sich die Unsicherheiten auf dem Weltmarkt – unter anderem durch geopolitische Spannungen und Preisschwankungen bei Energieträgern – auch 2025 fortsetzen dürften. Außerdem wird diskutiert, ob nachhaltige Investitionen und Digitalisierung den Hafen robuster machen können oder ob strukturelle Änderungen in Europas Wirtschaft nötig sind.