Spannend ist sein Vorschlag, dass der Staat nicht an Krisen verdienen, sondern Mehrwertsteuereinnahmen durch hohe Energiepreise an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben sollte. Ein abruptes Förderprogramm, wie es andere europäische Länder schnüren, sieht Felbermayr eher kritisch. „Nicht jede Unwucht muss sofort mit Vollkasko-Wirtschaftspolitik ausgeglichen werden.“ Auch die Angst vor einer Rezession hält er (Stand jetzt) für übertrieben – allerdings, so räumt er ein, könnten die Belastungen für die deutsche Wirtschaft durchaus merklich bleiben.
Besonders mit Blick auf die Gasspeicher warnt Felbermayr davor, zu lange zuzuwarten: Wer auf fallende Preise setzt, riskiert panikartige Kauffluten im Herbst – mit der Folge, dass dann sogar ohne Krise die Preise heftig nach oben schießen.
Gabriel Felbermayr prognostiziert, dass Spritpreise in Deutschland auch mittelfristig hoch bleiben werden, selbst wenn Krisenherde wie der Nahe Osten sich stabilisieren. Langfristige Strukturverschiebungen im globalen Handel, etwa durch Umleitungen von Tankerrouten und gestiegene Versicherungskosten, sorgen für ein neues Gleichgewicht auf hohem Preisniveau. Während er staatliche Soforthilfen skeptisch sieht, schlägt er eine Umverteilung der zusätzlichen Steuereinnahmen durch hohe Energiepreise vor und sagt für die deutsche Wirtschaft zwar eine Belastung, aber keine drastische Rezession voraus. Aktuell wird die Diskussion um Energiepreise in den Medien intensiv geführt. Die FAZ berichtet über anhaltend hohe Preise an Tankstellen trotz gefallener Rohölnotierungen und betont den Einfluss internationaler Unsicherheiten und Margen der Mineralölkonzerne (Quelle: FAZ). Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass insbesondere Unsicherheit aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten die Preisbildung beeinflusst und verweist auf Verbraucher, die verunsichert auf weitere Entwicklungen warten (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Der Spiegel sieht einen Zusammenhang zwischen politischer Zurückhaltung bei staatlichen Eingriffen und dem Risiko eines weiteren Preisanstiegs im Herbst und beleuchtet die Forderungen nach Nachjustierungen beim Energiesteuersystem (Quelle: Spiegel).