Nouripour: Deutschland soll in Nahost-Friedensfragen mehr wagen
Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident und Grünen-Politiker, mahnt: Deutschland darf nicht länger zögerlich sein, sondern müsse aktiv dabei helfen, einen echten Friedensprozess im Nahen Osten zu gestalten – und zwar als eigene, erkennbare Kraft innerhalb Europas.
heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen
Es reicht nicht mehr, einfach nur zuzusehen oder das Problem zu ignorieren – so sieht das Omid Nouripour. Ehrlich gesagt wirkt das bisherige deutsche Agieren eher wie der vielzitierte Vogel, der den Kopf in den Sand steckt. Dabei gibt es doch genug Gründe, warum uns die Entwicklungen in der Region etwas angehen: ob es nun um freie Handelswege, stabile Partner in Energiefragen oder schlichtweg um weniger Unruhe direkt vor Europas Haustür geht. Laut Nouripour ist gerade jetzt während einer Waffenruhe Zeit, die Dinge neu anzugehen. Frieden bleibt fragil, vielleicht sogar unwahrscheinlich – besonders solange das iranische Regime sich selbst als „Sieger“ fühlt. Realistisch betrachtet: Der Wille Teherans zu einer friedlichen Lösung scheint dünn gesät. Was oft vergessen wird: Der Konflikt hat inzwischen an die zwanzig Länder in Mitleidenschaft gezogen. Gerade im Libanon bleibt die Situation „dramatisch“, so Nouripour, und er betont: Bei jeder Lösung muss der Schutz ziviler Leben an erster Stelle stehen. Wenn ich ehrlich bin, frage ich mich persönlich auch, wie tragfähig Friedensversprechen überhaupt sind, solange so viele Akteure im Spiel sind, die eher auf Machterhalt setzen als auf Versöhnung.
Nouripour fordert Deutschland auf, bei der Suche nach Frieden im Nahen Osten aktiver und eigenverantwortlicher vorzugehen. Er kritisiert die bisherige Zurückhaltung der Bundesregierung und nennt zentrale deutsche Interessen wie Energielieferungen und stabile Handelswege – Faktoren, die ein stärkeres Engagement nötig machen. Aktuelle Medienberichte thematisieren eine weiterhin angespannte und hochvolatile Lage im Nahen Osten: Israels Militäreinsätze in Gaza und wiederholte Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gehen weiter, die internationale Diplomatie ringt um tragfähige humanitäre Lösungen. Währenddessen spitzt sich die humanitäre Lage in Gaza laut UN immer weiter zu und internationale Hilferufe werden lauter. Gleichzeitig wächst die Kritik an der iranischen Einmischung und der schleppenden Diplomatie von EU und Deutschland, was Nouripours Appell gegen weitere Untätigkeit zusätzlich Gewicht verleiht.