Wasserparadiese versus Durststrecke: Die Schweiz trifft in Los Angeles auf Bosnien – und eine Dürrehochburg

Beim bevorstehenden Spiel in Los Angeles prallen nicht nur die Fußballnationalteams der Schweiz und Bosniens aufeinander, sondern auch deren völlig unterschiedliche Geschichten rund ums Wasser. Während die Schweizer auf Gletscher, Flüsse und Alpenquellen bauen und Bosnien von Karstlandschaften und Adriaküste profitiert, leidet Los Angeles unter chronischem Wassermangel. Überraschend mischt hier sogar die Technik eines österreichischen Pioniers mit, der behauptet, den globalen Wasserdurst stillen zu können.

heute 10:22 Uhr | 3 mal gelesen

Es gibt Zufälle, auf die hätte niemand gewettet: Die Schweiz, eines der wasserreichsten Länder Europas, spielt mitten im heißen Juni in Los Angeles – einer Stadt, die, mal ganz ehrlich, ohne ihre riesigen Wasserleitungen aus dem Norden und Osten schon schier ausgetrocknet wäre. Währenddessen steht auf dem Feld das bosnische Team, dessen Heimat zwar nicht gerade für ewige Gletscher bekannt ist, aber dafür, dass aus dem Kalkstein unter ihren Füßen bizarre Wasserspeicher hervorsprudeln, irgendwo tief in der Erde. Und inmitten dieses Szenarios platzt eine steirische Firma mit der Behauptung hinein, das Rezept gegen globale Trockenheit gefunden zu haben: Ein solarbasiertes Verfahren, das aus Meerwasser trinkbares Nass zaubert – was fast nach Märchen klingt, gäbe es da nicht schon erste Prototypen. Los Angeles selbst ist ein Lehrstück dafür, wie schnell eine Megacity an die Grenzen ihrer Wasserversorgung stößt. Jahrzehntelang hat die Stadt ihre Leitungen immer weiter in die umliegenden Staaten gestreckt, nur um den Durst von Millionen zu stillen. Der CEO von DesertGreener – der Firma hinter der neuen Technologie – beschreibt die Lage als "hochgradig angespannt". Kein Wunder: Immer mehr Menschen, dazu die berühmte kalifornische Trockenhitze, und ein System, das jetzt schon quietscht und ächzt, während nebenbei internationale Fußballgroßereignisse ausgetragen werden. Und wenn wir ehrlich sind, zeigt sich am Rand dieses Sportspektakels, wie ungleich das Wasser global verteilt ist. Neue Ideen für weniger Abhängigkeit vom Wetter und für mehr Sicherheit in trockenen Regionen wären längst überfällig. Das solarbetriebene Entsalzungsverfahren will genau da ansetzen, wartungsarm, günstig und dazu noch fast so umweltfreundlich, wie es klingt. Ob die Technik hält, was sie verspricht? Das wird sich zeigen – aber zumindest sorgt sie spätestens im Schatten eines heißen Fußballspiels für Gesprächsstoff.

Der Artikel beleuchtet, wie beim Länderspiel Schweiz gegen Bosnien in Los Angeles ganz verschiedene Perspektiven auf das Thema Wasser sichtbar werden: von der natürlichen Fülle in alpinen Regionen über die beeindruckenden, aber oft unterschätzten Wasservorkommen in Bosniens Karstgebieten hin zur akuten Notlage einer Millionenstadt, die ohne ausgeklügelte Wasserimporte längst nicht mehr bestehen könnte. Die Reportage wirft einen kritischen Blick darauf, wie Sportgroßveranstaltungen wie dieses Fußballspiel gesellschaftliche Fragen der Ressourcengerechtigkeit ans Licht rücken und wie technologische Innovationen – etwa solarbetriebene Entsalzungsanlagen eines österreichischen Unternehmens – die Hoffnung nähren, künftige Wasserkrisen zu mildern. Gleichzeitig bleibt Skepsis angebracht, ob diese Versprechen wirklich breitflächig eingelöst werden können, zumal auch politische Willensbildung, ökonomische Rahmenbedingungen und unberechenbare Klimadynamiken hineinspielen: Die SZ berichtete jüngst ausführlich über den extremen Trockenstress in Kalifornien sowie aktuelle technische und politische Gegenmaßnahmen (Stichwort: Notfallpläne, digitale Verbrauchsüberwachung), während Der Spiegel den Zusammenhang zwischen souveräner Sportausrichtung und ressourcenbedingten Stadtproblemen problematisierte. Bei taz und Zeit hingegen standen innovative Start-ups wie DesertGreener im Vordergrund, allerdings mit dem Hinweis auf die komplexen Hürden von der Idee zur tatsächlichen Anwendung – von fehlenden Förderungen bis zu lokalen Widerständen.

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