Nordkorea: Glauben als Verbrechen – gnadenlose Konsequenzen
Schon wieder landet Nordkorea (Rang 1) an der Spitze. Im Land bestimmen Misstrauen und harte Repression den Alltag, sobald christlicher Glaube auch nur vermutet wird. Wer erwischt wird, verschwindet nicht selten spurlos in Zwangslagern und Gefängnissen, Folter und willkürliche Hinrichtungen inbegriffen. Was Religion für den Einzelnen bedeuten kann – Trost, Hoffnung, Sinn – sieht die Staatsführung dagegen offenbar nur als Gefahr.
Syrien: Dramatischer Absturz nach politischen Veränderungen
Auch Syrien verzeichnet einen beunruhigenden Trend: Von Platz 18 stürzt das Land auf Platz 6. Statt Aufbruch und Sicherheit nach dem Umbruch herrschen neue Unsicherheiten, und Christen sind oftmals die Leidtragenden. Lautstarke Drohungen auf Straßen, offene Forderungen nach Konversion und sogar das Erheben einer ‚Kopfsteuer‘ machen das Alltägliche zum Spießrutenlauf – viele ziehen sich zurück, andere können oder wollen nicht mehr bleiben. In Syrien selbst sind kaum mehr als 300.000 Christen; noch vor wenigen Jahren waren sie eine bedeutende Minderheit. Die Zahlen im Irak spiegeln ein ähnliches Drama wider.
Subsahara-Afrika: Wenn Schwäche zum Risiko wird
Besonders düster liest sich die Lage in Subsahara-Afrika: Machtlose Staaten ermöglichen Terrorgruppen ein brutales Vorgehen gegen Christen, während die Zivilbevölkerung mittellos flieht. Im Sudan sind Folgen des Bürgerkriegs besonders dramatisch – Millionen auf der Flucht, darunter unzählige Christen. Nigeria ragt in einer traurigen Statistik heraus: Mit Abstand die meisten Christen verlieren hier ihr Leben durch gezielte Gewalt.
Verfolgung ohne offene Gewalt – soziale Kontrolle und Überwachung
Doch die Bedrohung bleibt nicht nur auf offener Straße sichtbar: In Algerien sind immer mehr Gemeinden zwangsweise geschlossen worden. Der Kontakt zu anderen Gläubigen ist für einen Großteil bereits abgebrochen. In China hat die Regierung ein engmaschiges Netz digitaler und sozialer Überwachung gespannt. Online-Gottesdienste, Jugendtreffen oder Spenden gelten als illegal außerhalb staatlich genehmigter Strukturen – viele Christen treffen sich nur noch heimlich.
Appell hinter Zahlen – was ändert sich?
Markus Rode, der bei Open Doors in Deutschland arbeitet, erinnert: Jede Zahl steht für eine einzelne Geschichte, ein menschliches Leben. Angesichts der Daten mache ein echter Einsatz für die Betroffenen einen Unterschied – so fordert er Engagement, Schutz und Anteilnahme für die besonders Schlimmbetroffenen in Afrika. Die jährlichen Erhebungen basieren auf den Erfahrungen etlicher Partner vor Ort, häufig unter schwierigsten Bedingungen gesammelt.
Top 10 der gefährlichsten Länder für Christen 2026:
1. Nordkorea 2. Somalia 3. Jemen 4. Sudan 5. Eritrea 6. Syrien 7. Nigeria 8. Pakistan 9. Libyen 10. Iran
Ein Blick hinter die Zahlen
Open Doors begleitet und unterstützt seit 1955 bedrängte Christen in über 70 Ländern. Expert*innen, Rechtsanwält*innen, kirchliche Netzwerke und regionale Beobachter liefern verlässliche Informationen. Bewertet und zertifiziert werden diese Daten unabhängig durch das Internationale Institut für Religionsfreiheit. Weitere Hintergründe und Einblicke gibt es im Netz unter www.opendoors.de/weltverfolgungsindex.
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Zum aktuellen Stand erleben Christen in mehr Ländern denn je systematische Bedrohung, Überwachung und Gewalt. Die Extreme reichen von offener Brutalität in Nordkorea und Teilen Afrikas bis hin zu subtileren Ausgrenzungen und restriktiven Gesetzen z.B. in China und Algerien. Die Rückmeldungen aus Syrien unterstreichen, wie politische Umbrüche nicht zwangsläufig Verbesserungen bringen – im Gegenteil, Gewalt und Angst haben weiter zugenommen. Subsahara-Afrika ist laut dem Bericht ein Brennpunkt mit steigenden Angriffen durch Milizen, während Staaten wie Nigeria und Sudan weltweit eine der höchsten Opferzahlen verzeichnen. Verfolgung zeigt sich jedoch auch in Form von Schließungen von Kirchen oder Einschränkungen digitaler Religionsausübung – insbesondere China unterscheidet sich hier durch ein hochmodernes Überwachungssystem. Laut Open Doors hat sich nicht nur die Ausprägung der Diskriminierung verändert, sondern auch das Ausmaß – Millionen Christen weltweit erleben massive Einschränkungen. Zahlreiche NGOs und Menschenrechtsexperten rufen daher dazu auf, Christenrechte international stärker zu schützen, etwa durch humanitäre Hilfe und Asylangebote. Viele der nun gefährdeten christlichen Gemeinschaften zeigen trotz aller Widrigkeiten erstaunliche Resilienz und berichten von internationaler Solidarität, die Hoffnung auf bessere Zeiten wachsen lässt.