Andreas Erke: In den letzten Jahren hat sich die Idee von Wellnessdesign geradezu explosionsartig entwickelt. Während früher vielleicht eine schöne Vase oder die passende Farbe als ausreichend galt, geht es heute um einen viel tiefgründigeren Ansatz: Die gezielte Schaffung von Umgebungen, die uns psychisch und körperlich guttun und regelrecht als Kraftquelle dienen können. Architekten und Designer sollten sich meiner Meinung nach inzwischen vielmehr als Lebensgestalter begreifen, nicht nur als Formgeber – sie holen Erkenntnisse aus Psychologie, Naturwissenschaften und, man glaubt es kaum, sogar Neurowissenschaften ins Boot. Räume sind mehr als bloß Kulisse. Ein Wohnzimmer kann Entspannung fördern oder Stress verursachen, je nachdem, wie es konzipiert ist. Bei uns, zum Beispiel bei KLAFS, bedeutet das: Wir kombinieren Materialauswahl, Lichtführung, Geräuschkulisse und sogar Gerüche, um daraus ein Multi-Sinneserlebnis zu kreieren. Der Mensch steht bei allem in der Mitte.
Im Designprozess sind deshalb Details wie variable Lichtfarben, angenehme Akustik und flexible Raumaufteilung für uns zentral – aber auch, wie sich Oberflächen anfühlen oder was wir draußen durch Fenster zu sehen bekommen. Entspannung entsteht oft nicht durch das Offensichtliche, sondern durch eine gelungene Komposition kleiner, sorgfältig abgestimmter Reize. Vielleicht ist es sogar dieser Mix aus Individualisierung und Behaglichkeit, der Menschen heute eine gewisse innere Ruhe gibt in einer hektischen Welt. Möglichst maßgeschneidert, das ist das Ziel: Kein Wellnessbereich gleicht dem anderen und flexible Gestaltung ist regelrecht Pflicht.
Ich stütze meine Arbeit sehr bewusst auf Studien aus dem Bereich Biophilic Design – dabei wird die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur aufgegriffen. Räume, die offene Strukturen, Tageslicht und natürliche Materialien einbinden, haben nachweislich einen entspannenden Einfluss. Holzböden, weiche Texturen, Sand- und Natursteinflächen – diese Dinge sind weit mehr als Dekor. Sie haben Wirkung. Wasserflächen oder selbst eine schlichte Feuerschale können Stresslevel senken, das ist kein Marketing, sondern Forschung. Interessanterweise bestätigen aktuelle Untersuchungen, dass etwa auch Farben wie Grün oder Blau ausgleichend wirken. Inzwischen fließt sogar die Geräuschkulisse – von plätscherndem Wasser bis zu leisem Vogelgezwitscher – gezielt mit ein.
Technik? Unvermeidlich, ja, aber mit Bedacht! Smarte Elemente können Licht oder Temperatur optimal steuern, aber ich finde, sie sollten eher unsichtbare Begleiter bleiben. Kaum etwas stört die Entspannung mehr als ein ständiges Geblinke oder eine App-Orgie. Guter Wellnessraum bedeutet Digital Detox mit Komfort. Nachhaltigkeit ist dabei mehr als ein Trend – es ist Handlungsmaxime. Energieeffizienz, regionale Hölzer und langlebige Materialien sind fest eingeplant. Spannend finde ich, dass nachhaltige Gestaltung oftmals natürlicher und schöner wirkt – quasi ein Doppelbonus.
Für Kolleginnen und Kollegen in Architektur und Design biete ich: Zusammenarbeit auf Augenhöhe, viele Jahre Know-how und die Fähigkeit, nicht nur Konzepte zu liefern, sondern Projekte bis ins letzte Detail individuell zum Erlebnis zu machen. Wir sind von der Idee bis zur Betreuung nach dem Einzug Partner, nicht nur Dienstleister.
Ein paar Worte zu KLAFS: Seit mehr als sieben Jahrzehnten widmen wir uns der Kunst, Rückzugsorte für Körper und Geist zu schaffen. Unsere Entwicklungen wie die verschwindende Sauna S1 zeigen: Technische Raffinesse und dezenter Luxus schließen sich nicht aus. Mit über 800 Köpfen und wachsender Präsenz weltweit sind wir Vorreiter darin, Wellness erlebbar zu machen – privat, gewerblich, individuell. Kontinuierliche Entwicklung, exzellente Beratung und immer neue Ideen – das macht uns aus.
Wellnessdesign hat sich vom ästhetischen Nebenschauplatz zum integralen Bestandteil moderner Architektur entwickelt. Im Zentrum steht ein multisensorisches Raumkonzept, das psychisches Wohlbefinden und gesundheitliche Effekte gezielt fördert – etwa durch Licht, natürliche Materialien, flexible Raumkonzepte und Berücksichtigung individueller Bedürfnisse. Nachhaltigkeit und smarte, aber zurückhaltende Technik werden dabei zu entscheidenden Faktoren, um Räume zu Orten der Entschleunigung und Regeneration zu machen, wobei aktuelle Studien insbesondere den positiven Einfluss der Nähe zur Natur und der Individualisierung unterstreichen.
Ergänzend zeigen aktuelle Nachrichtenartikel, dass das Thema Gesundheit und Raumgestaltung weiterhin hochaktuell bleibt. So diskutiert taz die gesundheitlichen Belastungen und das steigende Bedürfnis nach Rückzugsorten in einer sich ständig verändernden Gesellschaft. Die Zeit berichtet ausführlich über neue Forschung zur Wirkung von Lärm auf unser Wohlbefinden und fordert, Umweltaspekte bei Stadt- und Raumplanung stärker zu gewichten. Im Spiegel wird in einem langen Artikel die zunehmende Rolle von Biophilic Design erläutert, besonders wie Architekten aktuell gezielt natürliche Materialien und begrünte Räume einsetzen, um neue Maßstäbe für gesunde Innenwelten zu setzen.