Windkraft aus der Nordsee: Deutschland setzt auf ehrgeizigen Ausbau

Beim Nordsee-Treffen in Hamburg plant Deutschland ein starkes Signal für die Offshore-Windenergie – mit mehr Kooperation, besseren Bedingungen und konkreten Investitionen.

heute 16:05 Uhr | 6 mal gelesen

Am Wochenende richtet sich der politische Blick gen Norden: In Hamburg soll der Nordsee-Gipfel neuen Schwung in den Ausbau der Offshore-Windenergie bringen. Laut einem Background-Briefing der Bundesregierung will man nicht nur große Worte verlieren, sondern endlich mit anpackbaren Vorhaben und Ideen um die Ecke kommen. Die eigentlichen Ziele schwingen zwischen vagen Versprechungen und ziemlich deutlichen Forderungen – Stichwort Widerstandsfähigkeit Europas und mehr Energiesicherheit, nicht ganz unwichtig in unsteten Zeiten wie diesen. Man kann sich natürlich fragen, wie viel davon bloß schönklingende Energieprosa bleibt und was tatsächlich umgesetzt wird. Jedenfalls – Kernpunkt ist die Zusammenarbeit mit Nachbarländern, also Netz- und Meeresraumplanung und sogar gemeinsame Geldtöpfe, damit nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht. Die Branche selbst ringt gerade mit Schwierigkeiten: schwankende Preise, hohe Kosten, Unsicherheit – all das bremst Investoren und Unternehmen. Deshalb verspricht der Gipfel, die Investitionsbedingungen so zu verbessern, dass die europäische Windindustrie mal wieder Luft holen und durchstarten kann. Wer kommt? Regierungsvertreter aus halb Nordeuropa, die EU, sogar ein paar NATO-Delegierte und haufenweise Wirtschaftsvertreter – klingt nach viel Input in kurzer Zeit.

Deutschland will mit dem Nordsee-Gipfel in Hamburg frischen Wind in die Offshore-Branche bringen. Zentrale Maßnahmen sind grenzüberschreitende Netzplanung und ein gemeinsamer Offshore-Finanzierungsrahmen, der Investitionen einfacher und lohnender machen soll. Insbesondere der Fokus auf Resilienz und europäische Kooperation zeigt: Die Energiepolitik wird nicht mehr nur national gedacht, sondern klar europäisch ausgerichtet – durchaus ein Paradigmenwechsel in Zeiten von Krisen und Energieabhängigkeit. Nachträglich recherchiert: Nordsee-Länder haben sich jüngst schon auf ambitioniertere Ziele bei der Windkraft geeinigt; bis 2030 sollen die Kapazitäten massiv wachsen (siehe aktuelle Berichte auf Zeit.de und FAZ.net). Branchenexperten warnen, dass bestehende Lieferketten und Fachkräftemangel potenziell bremsen könnten – ein Aspekt, den auch das Hamburger Gipfeltreffen adressieren möchte. Am Rande nehmen viele Wirtschaftsakteure teil, deren Erwartung an attraktive Rahmenbedingungen hoch ist, nicht zuletzt wegen zuletzt stagnierender Investitionen und wackeliger Auftragsbücher (siehe auch Spiegel Online und taz.de).

Schlagwort aus diesem Artikel