Wirtschaftsexperten plädieren für neues Altersvorsorgemodell

Führende Mitglieder des Sachverständigenrats regen an, die Riester-Rente durch ein zeitgemäßes Modell für die private Altersvorsorge zu ersetzen.

03.10.25 16:12 Uhr | 227 mal gelesen

In einem Beitrag für die FAZ schlagen Ulrike Malmendier und Martin Werding aus dem Sachverständigenrat Wirtschaft ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot als Ersatz für die Riester-Rente vor. Das Konzept sieht vor, dass bestehende Riester-Verträge ohne Komplikationen freiwillig in das neue System übertragen werden können. Ziel des Modells ist es, das Vertrauen der Bevölkerung in private Zusatzvorsorge zurückzugewinnen, breiten Kreisen den Vermögensaufbau zu ermöglichen und eine stärkere Aktienmarktkultur nach schwedischem Vorbild zu etablieren. Als Herzstück soll ein besonders anwenderfreundliches Standardprodukt analog zu erfolgreichen Beispielen anderer Länder stehen. Die frühere Riester-Rente habe durch geringe Renditen, hohe Gebühren und überbordende Bürokratie an Zuspruch eingebüßt: Nur ein Bruchteil der Berechtigten halte einen Vertrag, viele davon seien zudem inaktiv.

Die geförderte private Altersvorsorge steht aktuell vor einer grundlegenden Reformdiskussion. Kritiker bemängeln an der Riester-Rente vor allem hohe Kosten, geringe Rendite und eine mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung: Zuletzt stagnierten die Vertragszahlen, fast ein Viertel der Policen ruht. Mittlerweile gibt es in der politischen Debatte mehrere Vorschläge, etwa den Staatsfonds oder verpflichtende Vorsorgelösungen, die sich an skandinavischen Modellen wie dem schwedischen Standardprodukt orientieren (sog. 'Schwedenfonds'). Experten stellen heraus, dass eine konsequente Umorientierung notwendig ist, um Altersarmut vorzubeugen und das Vertrauen der Bürger in auch künftig tragfähige Zusatzvorsorge wiederherzustellen. Ebenso wird diskutiert, wie Digitalisierung, niedrigschwellige Produkte und eine Kapitalmarktbeteiligung zur Stabilisierung der Rentensysteme beitragen können.

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