Wenn Marija Kolak, Präsidentin des BVR, über das Thema Bauen spricht, klingt sie mal fordernd, mal hoffnungsfroh: 'Vieles wurde angeschoben – vom „Bau-Turbo“ über neue Baugesetze bis hin zur Hoffnung auf günstigere Baukosten. Der 13-Punkte-Plan der Bauministerin bringt Schwung, aber es wird darauf ankommen, wie schnell man all das wirklich umsetzt.' Besonders beim Stichwort Kaufnebenkosten zeigt Kolak wenig Zurückhaltung: 'Grunderwerbsteuer, Makler, Notar – alles in allem ist es für viele einfach nicht mehr bezahlbar. Ohne Freibeträge oder außerdem eine niedrigere Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer und junge Familien sehe ich schwarz.' Die Finanzierungssituation, so Kolak, sei ein weiteres Kapitel für sich: 'Natürlich brauchen wir solide Regeln für Kredite, aber übertreiben darf man es auch nicht. Es gibt jetzt keine Blasenbildung zu sehen, die Banken stehen stabil da und vergeben Kredite mit Bedacht. Bloß keine zusätzliche Bürokratie, dadurch wird kein einziges Haus gebaut.' Laut BVR-Studie ziehen die Immobilienpreise seit Jahren in vielen Regionen schneller an als die Löhne. Bundesweit ist Wohneigentum seit 2018 um gute sieben Prozent stärker im Preis gestiegen als die Einkommen. Besonders hart trifft das den Süden, das Berliner Umland und etliche Ecken Nord- und Westdeutschlands. Der Rest lebt mit Leerstand und sinkender Nachfrage – ein Bild, das sich jedes Jahr in der Statistik wiederholt. Ja, einen netten Schaubild-Link gibt's auch, aber der ändert am Dilemma wenig.
Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland steht weiterhin unter Druck: Haus- und Wohnungspreise steigen weiter, auch weil zu wenig Neubauten fertig werden. Während viele Städte mit einem Mangel an erschwinglichem Wohnraum kämpfen, gibt es in dünn besiedelten Regionen immer mehr Leerstand – ein Widerspruch, der die Spaltung zwischen Stadt und Land verstärkt. Die Bundesregierung versucht mit Baugesetzen und Fördermaßnahmen gegenzusteuern, aber an zentralen Stellschrauben wie der Grunderwerbsteuer oder Zugang zu günstigen Krediten hakt es noch. Laut der BVR-Analyse bleibt insbesondere für junge Familien und Menschen mit normalen Einkommen der Traum vom eigenen Zuhause schwierig zu erreichen. Neuere Berichte aus Medien wie FAZ und Spiegel bestätigen den Trend: Während die Preise in manchen Großstädten noch stagnieren, nehmen sie insgesamt wieder Fahrt auf. Hinzu kommen anziehende Baukosten, verschärfte EU-Energieauflagen und eine klare Kluft: In Metropolen werden Wohnungen gebraucht und kaum gebaut, auf dem Land bleibt die Nachfrage aus. Am Beispiel Berlin zeigen aktuelle Recherchen, dass selbst ambitionierte Wohnbauprojekte oft bürokratisch gebremst werden.