Schon wieder schlechte Nachrichten für den Einzelhandel: Der Online-Modehändler Zalando will seinen Standort in Erfurt bis spätestens September 2026 endgültig schließen. 2.700 Menschen – das sind nicht nur Statistiken, das sind reale Existenzen, die jetzt vor enormen Herausforderungen stehen. Das Management nennt die Entscheidung Teil einer strategischen Neuausrichtung der Logistik. 'Schwierig, aber notwendig', heißt es, wobei das kaum jemandem, der dort arbeitet, großen Trost spenden dürfte.
Auch anderswo räumt Zalando auf: Verträge mit externen logistischen Dienstleistern außerhalb Deutschlands – für Zalando und About You – werden auslaufen. Für die Beschäftigten in Erfurt und deren Vertretung verspricht der Konzern immerhin Gespräche auf Augenhöhe, einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Zalando-Chef David Schröder selbst stellte finanzielle Unterstützung in Aussicht und erwähnt Transfergesellschaften, damit möglichst viele Betroffene rasch einen neuen Arbeitsplatz finden.
Obendrein wird geprüft, ob Mitarbeiter zu anderen CDU-Standorten wechseln können – insbesondere nach Mönchengladbach, Lahr oder dem noch wachsenden Logistikzentrum in Gießen. Klingt technisch, aber das heißt: Es wird zwar Hilfe beim Umzug angeboten, doch mal ehrlich – das ist für viele nicht automatisch eine Lösung. Familien, gewachsene Bindungen, all das wiegt oft schwerer als ein neuer Vertrag.
Zalando schließt sein Erfurter Logistikzentrum und 2.700 Beschäftigte müssen sich mittelfristig nach Alternativen umsehen. Der Mode-Riese betont zwar seine Bereitschaft zu sozialer Unterstützung, Interessenausgleich und alles, was dazugehört – aber für die Betroffenen ist das erstmal nur ein kleiner Trost. Der Hintergrund: Angesichts der schwierigen Marktlage und eines nicht mehr optimalen Netzwerks zieht Zalando die Reißleine. In den letzten Monaten sieht sich nicht nur Zalando, sondern die gesamte E-Commerce-Branche einem enormen Wandel gegenüber – Inflation, gestörte Lieferketten und eine vorsichtiger einkaufende Kundschaft setzen viele Anbieter unter Druck. Das schlägt durch: Unter anderem berichtete t3n zuletzt von Innovationsdruck und Kostenreduzierungen, gleichzeitig meldet die Süddeutsche einen offenen Widerstand der Belegschaft gegen vorschnelle Entlassungen. Die FAZ und weitere Medien betonen die Notwendigkeit einer sozialverträglichen Lösung, wobei der Ausgang – wie so oft – offen bleibt.