Zwei ARTE-Koproduktionen bei den Oscars ausgezeichnet – Triumph für „Sentimental Value“ und „Ein Nobody gegen Putin“

Straßburg – Überrraschender Doppelschlag: Bei der 98. Oscarverleihung in Los Angeles gingen gleich zwei begehrte Statuetten an Produktionen, die mit ARTE verwoben sind.

heute 12:50 Uhr | 2 mal gelesen

Der große Jubel auf Seiten des europäischen Senders: Gleich zwei ARTE-Koproduktionen konnten in der Oscar-Nacht abräumen. In der Kategorie 'Bester internationaler Film' wurde Joachim Triers Drama 'Sentimental Value' prämiert – ein Familienporträt, das sich tastend und mit leiser Intensität durch die Wirren von Verlust und Wiederbegegnung arbeitet. Der mehrfach ausgezeichnete Spielfilm, bei dem u.a. Renate Reinsve und Stellan Skarsgård mitwirken, lässt Norwegen, Deutschland, Schweden, Dänemark und Frankreich auf kreative Weise miteinander verschmelzen. Im Mittelpunkt: Zwei Schwestern, die nach dem Tod der Mutter eine holprige Annäherung an ihren lange abwesenden Vater wagen, der wiederum seine Vergangenheit filmisch aufarbeiten will. Bereits beim Europäischen Filmpreis überzeugte 'Sentimental Value' – jetzt also weltweites Rampenlicht. Nicht minder beeindruckend: Der Oscar für die beste Dokumentation ging an 'Ein Nobody gegen Putin' (Originaltitel: 'Mr. Nobody against Putin'). Regisseur David Borenstein spürt gemeinsam mit Co-Autor Pawel Talankin den inneren Konflikten eines russischen Lehrers nach, der zum Werkzeug staatlicher Kriegspropaganda werden soll. Talankin dokumentiert notgedrungen patriotische Events und beginnt zögerlich zu zweifeln. Entstanden ist ein seltener Blick hinter die Kulissen des russischen Informationsapparates – roh, persönlich, unbequem. Der Film läuft aktuell auf ARTE, während die Debatte über Zivilcourage in Russland wieder an Fahrt aufgenommen hat. Bemerkenswert ist, dass insgesamt sechs ARTE-Koproduktionen in verschiedenen Kategorien für die Oscars nominiert waren – unter anderem auch in Bereichen wie animierter Kurzfilm. Dass gleich zwei Projekte siegreich waren, macht die diesjährige Preisverleihung zu einer kleinen Sensation für den öffentlich-rechtlichen Kultursender. Weitere Informationen finden sich auf arte.tv. Verantwortlich für die Pressearbeit: Katja Birnmeier (katja.birnmeier@arte.tv, Tel. +33 3 90 14 21 52). http://ots.de/5f28d9

Die 98. Oscarverleihung zeichnete mit „Sentimental Value“ und „Ein Nobody gegen Putin“ zwei Produktionen aus, die stellvertretend für das Engagement europäischer Sendeanstalten im internationalen Filmbetrieb stehen. Der Spielfilm von Joachim Trier erzählt von den Brüchen und schwierigen Wiederannäherungen einer Familie im Schatten ihrer Vergangenheit und wurde parallel bereits mit dem Europäischen Filmpreis geehrt. Die Dokumentation von Borenstein und Talankin bietet tiefe, ganz persönliche Einblicke in das Innenleben eines Systems, das zwischen Kontrolle und individueller Verantwortung zerrieben wird. Bemerkenswert ist angesichts der politischen Brisanz, wie mutig die Filmemacher ihre Themen setzen – in einer Zeit, in der der Blick nach Russland und Osteuropa generell geschärft ist. Ergänzende Recherche: Aktuelle Berichte verschiedener Medien zeigen, dass europäische Produktionen an den Oscars weiter an Bedeutung gewonnen haben. Die Debatte über kreative Freiheit und politischen Druck – besonders mit Blick auf das russische Filmschaffen – bleibt brisant. Zudem gibt es weltweit ein wachsendes Interesse an persönlichen, dokumentarischen Perspektiven auf autoritäre Systeme, wie die Vielzahl kritischer Stimmen im internationalen Feuilleton belegt.

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