Zwei Drittel der Deutschen blieben ihrer Wahlentscheidung treu

Ein Jahr nach der Wahl: Die meisten Deutschen stehen zu ihrer damaligen Entscheidung im Wahllokal. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

heute 00:02 Uhr | 3 mal gelesen

Februar 2025. Laut einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der 'Bild am Sonntag' würden aktuell 66 Prozent der Menschen in Deutschland wieder für die Partei stimmen, der sie auch schon bei der letzten Bundestagswahl ihre Stimme gegeben hatten. Lediglich 16 Prozent würden sich dieses Mal für eine andere Partei entscheiden, und 18 Prozent sind sich nicht sicher, was sie ankreuzen würden. Besonders klar zeigt sich die Treue bei Unterstützern der Union: Unter ihnen gibt es eine Rückkehrrate von ganzen 80 Prozent. Für diese Zahlen wurden am 19. und 20. Februar 2026 insgesamt 1.003 Wahlberechtigte befragt. (Anmerkung: Laut anderen Studien sind solche Loyalitätswerte in unsicheren Zeiten nicht selbstverständlich – aber dazu später vielleicht mehr.)

Im Kern verdeutlicht die Erhebung von Insa, wie sehr politische Bindungen in Deutschland auch nach turbulenten Zeiten Bestand haben: Zwei Drittel sind ihrer Partei treu geblieben. Man könnte ironisch hinzufügen, dass politisches Lagerdenken in Deutschland offenbar eine zähe Angelegenheit ist – unabhängig von aktuellen Krisen, Streitereien oder Skandalen. Allerdings wird, wenn man genauer hinschaut, auch sichtbar, dass immerhin ein Drittel der Bevölkerung schwankt oder bereit wäre, neue Wege zu gehen – eine nicht zu unterschätzende Gruppe, möglicherweise ausschlaggebend bei künftigen Wahlen. Ergänzend dazu zeigen Recherchen zum Thema Wahlverhalten eine gewisse Stabilität, aber auch stärker werdendes Misstrauen gegenüber traditionellen Parteien. Jüngste Analysen, etwa aus Artikeln bei Zeit Online, spiegeln wider, dass die politische Stimmung in Deutschland weiterhin volatil bleibt: Krisen wie steigende Energiepreise oder Uneinigkeit in Fragen der Migrationspolitik setzen Regierende und Parteien zunehmend unter Druck. Die AfD profitiert laut mehreren Umfragen von dieser Unsicherheit, gerät aber auch ins Visier politischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Umgekehrt sagen Politologen immer wieder: Treue zu einer Partei kann sich schlagartig ändern, wenn Menschen das Gefühl haben, dass eigene Probleme nicht ernstgenommen werden. Es bleibt also spannend.

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