Im Kern verdeutlicht die Erhebung von Insa, wie sehr politische Bindungen in Deutschland auch nach turbulenten Zeiten Bestand haben: Zwei Drittel sind ihrer Partei treu geblieben. Man könnte ironisch hinzufügen, dass politisches Lagerdenken in Deutschland offenbar eine zähe Angelegenheit ist – unabhängig von aktuellen Krisen, Streitereien oder Skandalen. Allerdings wird, wenn man genauer hinschaut, auch sichtbar, dass immerhin ein Drittel der Bevölkerung schwankt oder bereit wäre, neue Wege zu gehen – eine nicht zu unterschätzende Gruppe, möglicherweise ausschlaggebend bei künftigen Wahlen. Ergänzend dazu zeigen Recherchen zum Thema Wahlverhalten eine gewisse Stabilität, aber auch stärker werdendes Misstrauen gegenüber traditionellen Parteien. Jüngste Analysen, etwa aus Artikeln bei Zeit Online, spiegeln wider, dass die politische Stimmung in Deutschland weiterhin volatil bleibt: Krisen wie steigende Energiepreise oder Uneinigkeit in Fragen der Migrationspolitik setzen Regierende und Parteien zunehmend unter Druck. Die AfD profitiert laut mehreren Umfragen von dieser Unsicherheit, gerät aber auch ins Visier politischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Umgekehrt sagen Politologen immer wieder: Treue zu einer Partei kann sich schlagartig ändern, wenn Menschen das Gefühl haben, dass eigene Probleme nicht ernstgenommen werden. Es bleibt also spannend.