Zweiklang im Zeichen Europas: Wenn Häfen Grenzen überwinden – der Brost-Ruhr Preis 2025

Essen – Zwei Hafenmanager werden gefeiert: Im markanten Brost-Pavillon auf der Zeche Zollverein ehrt die Brost-Stiftung Markus Bangen (duisport) und Boudewijn Siemons (Port of Rotterdam) für ihr beeindruckendes Netzwerkdenken. Was dahintersteckt: europäische Partnerschaft, kreative Zukunftslust – und handfeste Innovation für Klima und Verkehr.

25.11.25 14:23 Uhr | 75 mal gelesen

Es gibt Momente, da fühlt sich Europa weniger wie ein bürokratischer Riese, sondern wie eine Werkstatt an, in der wirklich gebaut wird. Die jüngste Brost-Ruhr Preisverleihung im Erich Brost-Pavillon war solch ein Anlass. Statt Lobhudelei lasen sich die eingravierten Worte der Stiftung fast wie eine kleine Hymne auf den Brückenbau zwischen Duisburg und Rotterdam – wortwörtlich, aber auch im Geiste. Professor Bodo Hombach, eine dieser Figuren, die es verstehen, Menschen mitzureißen, sprach über die Sehnsucht, unsere Zeit so zu nutzen, wie es die Gegenwart verlangt: nicht zaghaft, sondern gemeinsam mit Nachdruck. Und ja, es war die Rede von Mut, Möglichkeiten – und von der Unzufriedenheit damit, hinter dem Möglichen zurückzubleiben. Der Abend bekam mit der Spontan-Laudatio von Nathanael Liminski, dem NRW-Europaminister, eine gewisse Würze: Liminski riss die Zuhörerschaft dank klarer Botschaften mit – manchmal genügt eben ein ehrliches, ungeschöntes Statement. Seine zentrale Ansage: Wer Ergebnisse will, braucht mehr Miteinander und weniger gegenseitige Blockaden. Die beiden Preisträger empfahl Liminski, durchaus als Vorbilder – Möglichmacher, die nicht nur reden, sondern auch mal die Ärmel hochkrempeln (ungeachtet der Anzugträger-Klischees). Was Bangen und Siemons im Alltag leisten? Sie machen ihre Häfen nicht nur zu Schnittstellen für Container und Kranführer, sondern zu Knotenpunkten, wenn es um Wasserstoff, CO2 und Zukunftsthemen geht. Angesichts von 240.000 Arbeitsplätzen dreht sich die Debatte längst nicht mehr nur um wirtschaftlichen Profit, sondern um gesellschaftliche Verantwortung. Spannend, mit welch nüchterner Klarheit beide betonen: Europa darf ruhig stolzer auf sich sein, muss es aber auch wieder lernen. Der Slogan „zwei Häfen, ein Team“ klingt zunächst nach Marketing, wird aber konkret, wenn Bangen erläutert, wie Kooperation alte Muster überwindet und echte Synergien schafft. Siemons wiederum mahnt, dass Europa seine Stärken als Kontinent mit hochwertigen Bildungschancen und Wohlstand endlich wieder ernst nehmen sollte. Für mich fast die wichtigste Botschaft: Die besten Kooperationsleiter sind überflüssig, wenn die Zusammenarbeit so selbstverständlich wird, dass niemand mehr darüber spricht. Bemerkenswert übrigens: Das mit 20.000 Euro dotierte Preisgeld spenden die Ausgezeichneten vollständig weiter, und zwar an die DLRG in Duisburg. Vielleicht ist das die heimliche Pointe des Abends: Nicht nur Prestige, sondern Konkretes geben – auch das ist gelebtes Europa.

Die Verleihung des Brost-Ruhr Preises 2025 markiert ein vielschichtiges Statement für Europa – abseits diplomatischer Floskeln. Die Preisträger Markus Bangen und Boudewijn Siemons verbinden die Häfen Duisburg und Rotterdam, stehen damit für produktive europäische Partnerschaft, neue Energieträger wie Wasserstoff und ein Bekenntnis zu gesellschaftlicher Verantwortung. Europa müsse angesichts globaler Herausforderungen zu mehr Selbstvertrauen finden, nachhaltige Innovationen in Traffic & Logistik vorantreiben und alte Denkweisen überwinden – so das einhellige Resümee. Aktuelle Recherchen zeigen außerdem: Die Debatte um europäische Wirtschaftsstärke und Klimaneutralität ist zutiefst aktuell, gerade in Hinblick auf Arbeitsplätze im industriellen Herzen Europas (siehe Artikel von „Die Zeit“ und „FAZ“). Die Kooperation zwischen Häfen wie Rotterdam, Duisburg und Antwerpen gilt mittlerweile als Vorzeigemodell für weitere Regionen. Experten und Politik fordern daher nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche Weichenstellungen, um die Energiewende fair und zukunftsfest zu gestalten.

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