Zwischen Traditionsdruck und Selbstverwirklichung: Junge Menschen und ihre Träume im modernen China

Was bewegt die junge Generation in China eigentlich? Haben die Söhne und Töchter der wirtschaftlichen Aufsteiger noch den klassischen Traum vom gesellschaftlichen Reichtum, oder formieren sich neue Lebensentwürfe? Zwei ZDF-Korrespondentinnen tauchen 24 Stunden lang in den Alltag junger Chinesinnen und Chinesen ein – und schauen hinter die Fassade des großen, oft politisch so wohlklingenden "Chinese Dream". Die Doku „The Chinese Dream – 24h junges China“ ist ab 7. Januar 2026 online im ZDF-Stream und an zwei TV-Abenden zu sehen.

heute 11:49 Uhr | 19 mal gelesen

Über Träume wird in China selten laut gesprochen. Vor allem dann nicht, wenn es mit Erwartungen der Nation kollidiert. Die offizielle Vision – Wohlstand, Aufstieg, Weltspitze – klingt nach Gleichschritt und Leistungsdruck, doch in der Realität: Flaute am Arbeitsmarkt, sinkende Wachstumsraten und eine Jugend, die nicht mehr aufreiben will wie die Elterngeneration. Da stehen Paintboxer, Social-Media-Stars und Jungunternehmer einer Gesellschaft gegenüber, die ihre Kinder gerne weiter auf das alte Leistungsgleis schicken würde. Für die ZDF-Doku begleiten Elisabeth Schmidt und Miriam Steimer junge Erwachsene ins Wohnzimmer, auf Rockbühnen, in durchzechte Nachtspaziergänge – und hören zu, statt zu erklären. Was sie erleben, schwankt zwischen Aufbruch und Resignation: Ambitionen, Trägheit, der Wunsch nach Selbstbestimmung. Da meint eine junge Frau provokant: "Mein Traum, der gehört erstmal mir und nicht irgendwelchen Kindern, die ich mal haben könnte." Andere spüren fast körperlich, dass sie nicht nur für das eigene Konto, sondern auch für das eigene Glück verantwortlich sind. Manch einer reicht schon ein einfacher Traum: Wirken, leben, Spaß haben – ohne Systemzwang. Und klar, mit Untertiteln, für alle, die wirklich hinhören wollen.

Die ZDF-Doku lotet an zwei aufeinanderfolgenden Abenden die Lebenswelten von Chinas junger Generation aus – und trifft auf eine Gruppe, die sich zunehmend loslöst vom traditionellen Verständnis des chinesischen Traums. Nicht mehr nur materieller Reichtum oder gesellschaftlicher Status treiben die Jugendlichen an, sondern der Wunsch nach Individualität, Freiheit und manchmal auch nur nach Alltagsglück. Während Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Abstieg und ein starker sozialer Druck die Gesellschaft prägen, kristallisieren sich neue Leitbilder heraus, die stark vom westlichen Individualismus inspiriert scheinen, wie aktuelle Artikel auf internationalen News-Portalen berichten.

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