AfD startet mit 'Generation Deutschland' neue Jugendbewegung – begleitet von Protesten

Mit lautstarken Demonstrationen im Hintergrund hat die AfD in Gießen ihre neue Nachwuchsorganisation 'Generation Deutschland' ins Leben gerufen.

heute 15:38 Uhr | 17 mal gelesen

Da standen sie also, über 800 meist junge Leute, eng zusammengerückt irgendwo in Gießen – und draußen tobte es. Hupen, Sprechchöre, Plakate: Die Stadt wirkte für einen Moment wie ein Kristallisationspunkt deutscher Debatten. Drinnen, abgeschottet, ging es um die Gründung von 'Generation Deutschland', der neuen Jugendfraktion der AfD. Ihr Selbstverständnis, schwarz auf weiß in einem frischen Jugendstatut: In Zukunft soll es mehr Parteidisziplin geben, weniger Loslösung. Warum das alles? Nun, die vorherige Gruppierung, die 'Junge Alternative', hatte sich im Frühjahr quasi selbst zerlegt – unter Druck der Mutterpartei und nach Ärger mit dem Verfassungsschutz. Die AfD hatte mit ihr schlicht die Kontrolle verloren; ein Graubereich, der rechtlich und reputationsmäßig heikel wurde. Jetzt zieht die Parteiführung die Zügel spürbar enger: Mitglied wird nur, wer schon in der AfD ist, Fehlverhalten kann straff geahndet werden – bis zum Rauswurf. Junge Mitglieder unter 36 Jahren bilden nun das neue Junior-Kader. Alice Weidel spricht offen von einer Kaderschmiede für das, was noch auf die AfD zukommt, zum Beispiel die anstehenden Landtagswahlen. Ein Schritt Richtung Partei von Morgen – doch draußen auf der Straße, da blieb das Misstrauen gegen dieses Projekt unverändert laut.

Die AfD hat mit 'Generation Deutschland' eine neue Jugendorganisation ins Leben gerufen, nachdem die 'Junge Alternative' wegen ihrer lockeren Anbindung und der Beobachtung durch den Verfassungsschutz aufgelöst worden war. Der Partei liegt nun offenbar daran, die Jugend enger zu kontrollieren: Wer hier mitmachen will, muss bereits AfD-Mitglied sein, Disziplin steht im Vordergrund, und Verstöße können bis zum Parteiausschluss führen. Zudem setzt die Parteiführung besonders auf diese Nachwuchsförderung, um für kommende politische Herausforderungen gewappnet zu sein, insbesondere vor den wichtigen Landtagswahlen. (Erweiterung: Nach Recherchen auf den genannten Webseiten bleibt dieser Schritt umstritten, teils wird vor weiterer Radikalisierung gewarnt, während die AfD einen Imagegewinn und schlagkräftigen Einfluss auf junge Mitglieder anstrebt. In Medienreaktionen ist von 'neuem Versuch zur Kontrolle der Jugend' die Rede, aber auch Kritik und Widerstand aus der Zivilgesellschaft nehmen zu – Proteste in Gießen waren nur die ersten. Interessant ist auch, wie parteiinterne Stimmen diesen Schritt als Zeichen vermeintlicher Selbstreinigung sehen und dabei die Eigenständigkeit junger Mitglieder weiter einschränken wollen.)

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