Alexander Schweitzer mahnt: Keine überzogenen Handelsschranken gegen China

Mit Blick auf den unmittelbar bevorstehenden Chinabesuch von Friedrich Merz warnt RLP-Ministerpräsident Alexander Schweitzer davor, ökonomische Mauern zu errichten und betont die Bedeutung offener Märkte – auch wenn Gegenmaßnahmen manchmal nötig sind.

heute 10:38 Uhr | 6 mal gelesen

China bleibt für Deutschland ein zentraler Wirtschaftspartner, betont Alexander Schweitzer gegenüber dem 'Handelsblatt'. Ohne chinesische Verbindungen, das macht er deutlich, wären viele deutsche Produkte gar nicht konkurrenzfähig – Marktzugänge würden schlicht versiegt. Deutlich positioniert er sich gegen Isolationsbestrebungen: Die Bundesrepublik, so Schweitzer, müsse Welthandel fördern statt Mauern zu bauen. Dennoch sieht er in manchen europäischen Vorstößen, wie den ‚Buy-European‘-Ideen der EU-Kommission, sinnvolle Verteidigungsmechanismen – als Reaktion, nicht als Aggression. Produktionsquoten und bestimmte Auflagen in Lieferketten betrachtet er dabei als notwendigen, wenn auch nicht idealen, Selbstschutz gegen zunehmende Handelsbarrieren weltweit. "Wir befinden uns nicht mehr in einer heilen Handelswelt – der internationale Wettbewerb ist ruppig geworden", gibt Schweitzer zu bedenken. Ein etwas unbequemer Gedanke: Alte Handelsideale geraten, so scheint es, unter Druck. Manchmal, wenn alle gegen einen spielen, hilft es wenig, wenn man als Einziger auf fair play besteht.

Alexander Schweitzer fordert im Kontext der anstehenden Chinareise von Friedrich Merz einen differenzierten Umgang mit China: Handelsbeziehungen sollten offenbleiben, ohne jedoch auf nötige europäische Schutzmaßnahmen zu verzichten. Schweitzer begrüßt die EU-Initiativen zur Stärkung der europäischen Wirtschaft gegenüber externem Protektionismus, mahnt jedoch zu ausgewogener Reaktion. In aktuellen Stimmen betont Bundeskanzler Olaf Scholz ebenfalls, dass China als Partner wie auch als Systemrivale betrachtet werden muss, was zu einer Neuausrichtung der deutschen China-Strategie geführt hat. Neue Entwicklungen zeigen, dass der EU zunehmend eine Balance zwischen wirtschaftlicher Unabhängigkeit und offenen Märkten abverlangt wird – so laufen beispielsweise Gespräche über Strafzölle für chinesische Elektroautos und die Diversifizierung der Lieferketten (Quelle: Handelsblatt, DW, Spiegel). Gleichzeitig wächst die Sorge, dass eine Über-Abschottung gegenüber China die deutsche Wirtschaft schwächen und Innovationen bremsen könnte. Die Diskussion um Handelsbeziehungen mit China prägt nicht nur die aktuelle Bundespolitik, sondern beeinflusst auch die Debatte auf europäischer Ebene.

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