Alte IT-Geräte: Firmen setzen auf Weitergabe statt Entsorgung

In deutschen Unternehmen landen ausrangierte IT-Geräte selten einfach im Müll – stattdessen organisieren die Betriebe gezielt Wiederverwendung, Spenden oder professionselle Aufbereitung.

heute 11:15 Uhr | 2 mal gelesen

Eine aktuelle Befragung des Digitalbranchen-Verbands Bitkom hat Licht darauf geworfen, wie Unternehmen in Deutschland mit nicht mehr benötigten IT-Geräten umgehen. Das Bild ist, sagen wir, überraschend umsichtig: Rund drei Viertel (74 Prozent) berichten, sie kümmerten sich um die ordentliche Weiterverwertung oder Entsorgung funktionsfähiger Geräte. Ein Drittel der befragten Firmen gibt an, alte Hardware an gemeinnützige Projekte – häufig Schulen, Sozialinitiativen oder Bedürftigenhilfen – zu spenden; das mag fast ein bisschen wie Altruismus anmuten, ist aber wohl oft auch praktische Solidarität. Beschäftigte sind ebenfalls Nutznießer: Knapp ein Fünftel der Unternehmen verschenkt alte Geräte an die Belegschaft, fast ein Viertel verkauft sie zu günstigen Konditionen weiter. Nicht zu vergessen: Viele IT-Geräte stammen aus Leasing-Verträgen; 28 Prozent der Unternehmen führen ihre Altgeräte darum zurück an die Leasinganbieter. 15 Prozent halten eine Art Resteverwaltung: Sie lagern Geräte für den Fall, dass sie vielleicht doch nochmal gebraucht werden. Insgesamt steht die goldene Tonne aber ziemlich leer – nur ein Prozent der Unternehmen landet ausgemusterte, noch funktionierende Hardware tatsächlich im normalen Gewerbeabfall. Darüber und über den Trend zur Aufarbeitung durch professionelle Firmen (zwölf Prozent verkaufen explizit an solche Dienstleister) wurde gesprochen, nachdem Bitkom Research telefonische Interviews mit 603 Firmen (jeweils mindestens 20 Mitarbeitende) durchführte – zwischen Kalenderwoche 39 und 44 im Jahr 2023 übrigens, nicht 2025, falls das vorher missverständlich war. Spannend bleibt übrigens, wie groß das Thema Datensicherheit in dieser Gleichung ist, aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen achtet bei der Verwertung alter IT-Geräte darauf, Ressourcen zu schonen und Geräte möglichst weiterzugeben, zu spenden oder aufarbeiten zu lassen, anstatt sie einfach zu entsorgen. So werden Spenden an soziale Projekte, Verkäufe und gezielte Rückführungen zum Standard, während die unbedachte Entsorgung funktionsfähiger Geräte kaum noch vorkommt – auch das Umweltthema spielt hier eine immer größere Rolle. Dieser Trend passt zur verstärkten öffentlichen Debatte um digitale Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Unternehmensführung: Immer mehr Unternehmen richten interne Prozesse und Partnerschaften auf Kreislaufwirtschaft und längere Nutzungsdauern aus. Ergänzend zeigen aktuelle Recherchen, dass Datenschutzbedenken bei der Weitergabe alter IT-Geräte eine wachsende Rolle spielen – so setzen immer mehr Unternehmen auf zertifizierte Datenlöschung, bevor sie Geräte weitergeben oder verkaufen. Zudem berichten verschiedene Nachrichtenquellen, dass die Nachfrage nach aufbereiteten Geräten auch durch Fachkräftemangel und Lieferengpässe im IT-Markt angefacht wurde; Unternehmen greifen gezielt auf gebrauchte Hardware zurück, um schnell und nachhaltig ihre IT-Landschaft zu modernisieren. Außerdem wird politisch und gesellschaftlich zunehmend gefordert, dass die Kreislaufführung von Elektronikprodukten durch klare gesetzliche Vorgaben und stärkere Anreize für Reparatur und Wiederverwendung verstärkt wird.

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