ARD bringt Vielfalt auf die Berlinale 2026: Zehn Koproduktionen und starke Themen

Spannende ARD-Serienpremiere – 'House of Yang' eröffnet das Special Series-Programm, zahlreiche Filme setzen emotionale, politische und gesellschaftskritische Akzente.

heute 12:00 Uhr | 4 mal gelesen

Kaum eine deutsche Institution mischt beim Filmfestival der Superlative so vielfältig mit wie die ARD. Mit stolzen zehn Koproduktionen ist die Sendergruppe 2026 bei den Berliner internationalen Filmfestspielen vertreten. Im Rampenlicht dabei steht diesmal 'House of Yang', eine gruselige Mystery-Serie von Stefanie Ren. Die Geschichte – irgendwo zwischen tiefen Tannen des Schwarzwalds und düsteren Familiengeheimnissen – strickt geschickt Vergangenheit, Gegenwart, und Geister der Erinnerung zusammen. Was, wenn der Schatten der Alten auch im Hier und Jetzt noch alles bestimmt? Abgesehen davon überrascht das Panorama mit 'Vier minus drei', einer Tragikomödie um Clowns, Verlust und irgendwie auch ums Weitermachen. Die Liebe auf Distanz wird in 'Allegro Pastell' zerlegt, während 'The Education of Jane Cumming' mal eben nach Edinburgh um 1810 schwenkt und ein Beziehungsdrama um Skandal, Identität und Wahrheit aufzieht. Auf beengtem Raum, aber mit umso mehr Sprengkraft, erzählt 'Roya' von Repressionen in Iran – und der bitteren Frage, ob man für ein Leben in Freiheit seine Würde verkaufen muss. Die ARD mischt in weiteren Forum- und Generation-Beiträgen mit: Mal werden Kriegssimulationen (wie in 'Szenario') unter die Lupe genommen, mal geht es um Liebe, Selbsterfüllung, Exil, das Fließen der Zeit ('Chronos') oder einen Künstler, den Deutschland nie ganz zu fassen bekam ('Einar Schleef'). Und auch für die Jüngeren ist was dabei – 'Heute heißen alle Sorry' balanciert Coming-of-Age zwischen Hitze, Überforderung und magischer Begegnung. Ehrlich gesagt: Die Filme haben so viel thematische und stilistische Spannweite, dass man sich fragt, wie das Team der Berlinale das alles unter einen Hut bekommt.

Die ARD setzt zur Berlinale 2026 ungewöhnlich stark auf Eigenproduktionen und internationale Kooperationen. Vielfalt scheint diesmal nicht bloß Marketingfloskel: Von Mystery im Schwarzwald ('House of Yang') über Dramen um Verlust und Identität ('Vier minus drei', 'Allegro Pastell', 'The Education of Jane Cumming'), bis hin zu politischen und zeitgeschichtlichen Dokumentarfilmen ('Szenario', 'Chronos', 'Einar Schleef'). Besonders auffällig: Viele Themen, die einschneidende gesellschaftliche oder persönliche Krisen behandeln – sei es die Auseinandersetzung mit familiären Altlasten, Repressionen im Iran, die Dekonstruktion romantischer oder beruflicher Identitäten oder die seelische Rekonstruktion nach Verlust. Nach Recherchen der letzten 48 Stunden setzen sich Artikel auf ZEIT ONLINE und Süddeutsche.de kritisch mit der diesjährigen Berlinale auseinander und heben die Diversität und die gesellschaftlich relevanten Schwerpunkte im Programm hervor. Bei DW.com wird besonders die internationale Dimension und der Einfluss politischer Krisen auf das Festival thematisiert. Das mediale Echo betont eine starke inhaltliche Breite und den Mut zu unbequemen, komplexen Stoffen.

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