Es ist schon kurios: Während draußen der Wind über die Grachten fegt, treffen sich im ehrwürdigen Rijksmuseum Persönlichkeiten, die Kultur auf europäischer Ebene denken. Anlass? Die Unterzeichnung eines neuen Abkommens zwischen ARTE und der NPO, begleitet von außergewöhnlichen Klängen – musikalisch wie politisch. Dass der Rahmen – Sting, Rembrandt, barocke Gitarren inmitten von Gemälden – sich fast schon ironisch liest, wird nur von der Symbolik übertroffen: Europäische Öffentlichkeit, die sich, trotz aller Krisen, mutig neu erfindet.
Bruno Patino (ARTE France/GEIE) und Jet de Ranitz (NPO) stimmen darin überein, dass gerade in einer Zeit, in der Budgets schrumpfen, internationaler Schulterschluss zählt. Es klingt fast nach Trotz, wenn beide auf die 'Bündelung kreativer Kräfte' und die 'internationale Sichtbarkeit niederländischer Geschichten' pochen. Übrigens: Kleine Fußnote, die oft überlesen wird – beide Senderregierungen sprechen ihren Partnern fortan in wichtigen Gremien eine beratende Stimme zu. Die Chance auf Mitsprache, keine Selbstverständlichkeit im europäischen Sendergefüge.
Mit NPO umfasst das ARTE-Netzwerk nun 14 Mitglieder von Schweden bis in die Ukraine und runter nach Spanien. Aber reicht das? Gewissermaßen wird ARTE so zum Experiment – immer auf der Suche nach Relevanz und Resonanz im digitalen Lärm. Apropos: Im Mittelpunkt des Abends steht Sting mit seiner 17-Preis-umkränzten Gitarre, der Altes mit Neuem verwebt und selbst ein wenig an den europäischen Weg erinnert – voller Brüche und Harmonie zugleich. Fun Fact: Ab 5. März bringt ARTE „Sounds Like Art – Sting“ ins Streaming, inklusive musikalischer Zeitreise und Rembrandt-Aha-Effekten.
Wer sich übrigens fragt, wieviel Raum für echte Kooperation bleibt – die nächsten Jahre werden es zeigen. Feinsinnige Skepsis ist weiterhin angebracht. Dennoch: Es sind Abende wie diese, an denen Europas mediale Baustellen für einen Moment golden glühen.
Die neue Partnerschaft zwischen ARTE und der NPO ist ein weiterer Baustein für eine engere europäische Medienlandschaft und ermöglicht beiden Sendern, durch gemeinsame Produktionen ihr Publikum zu erweitern und kulturelle Vielfalt sichtbarer zu machen. Experten heben hervor, dass dies nicht nur eine symbolische Geste ist, sondern auch ganz real dazu beiträgt, Ressourcen zu bündeln und europäische Inhalte in einer Zeit sinkender Budgets und wachsender Konkurrenz gegen globale Streaminganbieter zu stärken. Parallel wirft die Integration von NPO ins ARTE-Konsortium auch neue Fragen auf: Wie viel Mitgestaltungsspielraum werden die einzelnen Partner in der Programmgestaltung tatsächlich erhalten und wie gelingt es, lokale Perspektiven im europaweiten Kontext zu bewahren? Aktuell zeigen sich deutsche und internationale Medien optimistisch bezüglich der Kooperation, ordnen sie aber zugleich als einen Testfall für ähnliche Medienallianzen in Europa ein.
Ergänzend berichten zahlreiche Medien über Diskussionen zur Zukunft öffentlich-rechtlicher Medienkooperationen vor dem Hintergrund politischer Turbulenzen in Europa; die Hoffnung liegt dabei auf einer Stärkung der demokratischen Debattenkultur durch geteilte Ressourcen und Inhalte. Außerdem gewinnt die Rolle von Kunst- und Kulturformaten, wie sie Sting im Rijksmuseum inszeniert, zunehmend an Bedeutung, da sie Zugang zu nicht-traditionellen Zuschauer*innen ermöglichen – was Medienexperten als zukunftsträchtig einstufen.