Autopreise am Pranger: Konsumentinnen und Konsumenten fordern neue Strategie der Hersteller

München – Die Preise für Neuwagen kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Laut der Consors Finanz Studie „Automobilbarometer 2026“ wünschen sich Käufer:innen weltweit realistischere Preise, transparentere Modelle und ein aktiveres Eingreifen der Politik.

heute 11:22 Uhr | 4 mal gelesen

Das Autofahren, zumindest mit Neuwagen, wird vielerorts zum Luxusgut. Rund zwei Drittel der befragten Konsument:innen monieren in einer internationalen Consors Finanz Studie das aktuelle Preisniveau – sie finden es schlicht überzogen. Das Bedürfnis nach Veränderung richtet sich sowohl an die Autobauer als auch an Gesetzgeber. Für die Analyse wurden etwa 16.000 Menschen aus 13 Ländern befragt.

Wirtschaftliche Sorgen überwiegen beim Autokauf

In einer Zeit, in der viele Haushaltsbudgets ohnehin auf Kante genäht sind, steht für die Kaufwilligen der Preis über allem. Weltweit rangieren Anschaffungs- und Unterhaltskosten ganz oben auf der Prioritätenliste; Sicherheit und Verlässlichkeit folgen, in Deutschland sticht der Preis am deutlichsten hervor.

Spürbarer Handlungsdruck für die Industrie

Autoherstellern wird klar bedeutet: Sie sollen ihre Margen verkleinern, und zwar konsequent. Fast drei Viertel der Befragten sind dafür und nehmen dabei sogar Nebenkosten und Arbeitsplatzrisiken in Kauf. In Deutschland fordern sogar 77 Prozent einschneidende Preis- und Modellanpassungen. Auch eine Reduktion der Modellvielfalt scheint für viele akzeptabel – laut Studie würden beachtliche 31 Prozent der Deutschen bei weniger Auswahl, schlichteren Extras oder abgespeckten Assistenzsystemen zugunsten eines günstigeren Neupreises Abstriche machen.

Die Aussagen von Bernd Brauer, Mobility-Chef bei Consors Finanz, spiegeln dieses Kompromisspotenzial: Viele Menschen sind offen für weniger Ausstattung – Hauptsache, das Auto wird wieder erschwinglich. Und trotz allem möchten etliche keineswegs auf innovative Technik und gelungenes Design verzichten.

Mehr Staat, weniger Hürden?

Auch mit Blick auf die Politik gibt es Ansprüche: Preisregulierung und ein kritischer Blick auf bestehende nationale Vorgaben werden stark eingefordert (beinahe drei Viertel befürworten staatliche Preisgestaltung). Subventionen für Hersteller fallen dagegen weit weniger auf fruchtbaren Boden. Ein Wermutstropfen bleibt: Der Wunsch nach billigeren Autos darf laut Mehrheit nicht zulasten von Umweltstandards und ökologischen Ansprüchen gehen. Brauer betont, Banken und Finanzdienstleister hätten ebenso eine Verantwortung, klimafreundliche Autos für private Nutzer:innen erschwinglicher zu machen.

Studien-Roundtable und Methodik

Die Ergebnisse werden am 15. April 2026 in einer Online-Diskussion verfügbar sein. Für den internationalen Vergleich standen 16.000 Befragte aus Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Türkei, UK und USA Rede und Antwort. Ziel: Ein umfassendes Bild der aktuellen Auto-Trends – und Erwartungen an alle Marktteilnehmer.

Über Consors Finanz und die BNP Paribas Gruppe

Consors Finanz sieht sich als Dienstleister für finanzielle Selbstbestimmung, besonders bei komplexeren Konsum- und Autokrediten. Das Unternehmen ist eine Marke von BNP Paribas, einer der größten europäischen Banken, und bietet Finanzierungs-, Kredit- und Versicherungsprodukte im Einzelhandel und darüber hinaus an. Mit modernem Banking und digitaler Innovationsstrategie will man flexibel auf die Lebenssituationen der Kundschaft reagieren.

Für Presseanfragen: Marc-Oliver Voigt, Consors Finanz, presse@consorsfinanz.de

Die Consors Finanz Studie zum internationalen Automobilbarometer 2026 verdeutlicht, wie tiefgreifend die Frustration über steigende Autopreise reicht: Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit halten viele Konsumenten Neuwagenpreise für überzogen – sie wünschen sich von Herstellern mehr Preistransparenz und eine Vereinfachung des Modellangebots. Zugleich rückt das Thema politische Steuerung verstärkt in den Fokus: Während staatliche Preisregulierung hohe Zustimmung erfährt, sind direkte Subventionen für Hersteller weniger populär. Neue Entwicklungen und Medienberichte zeigen, dass Automobilhersteller branchenübergreifend nach Lösungen suchen, etwa durch günstigere Serienausstattungen oder mehr Fokus auf E-Mobilität, während politische Akteure, etwa in Deutschland oder Frankreich, über zusätzliche Förderungen oder strengere CO2-Grenzwerte diskutieren. Viele Artikel der letzten Tage beschäftigen sich mit den anhaltenden Lieferproblemen, einer sich abzeichnenden Trendwende hin zu kleiner dimensionierten Fahrzeugen und der Herausforderung, E-Autos trotz wegfallender Prämien attraktiv zu halten. Experten warnen vor einer weiteren Spaltung des Marktes in Premium- und Niedrigpreissegmente sowie vor einer möglichen Abwanderung der Kaufkraft ins Ausland.

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