Bamf-Chef Sommer schlägt höhere Prämien für heimkehrende Syrer vor

Hans-Eckhard Sommer, Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, spricht sich für deutlich attraktivere Rückkehrunterstützungen für Syrer aus.

06.03.26 18:16 Uhr | 5 mal gelesen

Derzeit überweist der Bund pro erwachsene Person meist etwa 1.000 Euro. Doch laut Sommer sei das in keiner Weise ausreichend. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ argumentiert er, die freiwillige Rückkehr müsse finanziell weit lohnender werden – ungeschönt gesagt, der Anreiz fehlt noch. Sorgen, dass durch die Aberkennung von Schutzstatus nach Beendigung des syrischen Bürgerkriegs dringend benötigte Fachkräfte das Land verlassen müssten, hält Sommer für übertrieben. Ärzte und andere Hochqualifizierte könnten mit einem Fachkräfte-Visum bleiben, so Sommer – beinahe ein Wähl-dich-selbst-Verfahren. Bisher allerdings haben nur wenige diese Möglichkeit ausgeschöpft. Aber was ist mit denjenigen, die keine akademischen Abschlüsse haben, sich aber durch harte Arbeit ihren Platz in Deutschland gesichert haben? Auch für sie wünscht sich Sommer eine Lösung: Wenn syrische Beschäftigte ordentlich verdienen, in die Rente einzahlen und perspektivisch für sich sorgen können, sollten sie unter bestimmten Umständen bleiben dürfen. So profitieren auch die Firmen, die auf diese Arbeitskräfte angewiesen sind. Ein bisschen pragmatische Menschlichkeit im Paragrafendschungel – das klingt fast bodenständig.

Bamf-Präsident Sommer fordert, die bislang gezahlten Rückkehrhilfen an syrische Geflüchtete deutlich zu erhöhen, um freiwillige Ausreisen attraktiver zu machen. Er betont, dass qualifizierte Personen, wie Ärzte, über Wege zur legalen Aufenthaltssicherung verfügen und daher nicht pauschal abgeschoben würden; gleichwohl gingen diese Möglichkeiten bislang selten genutzt. Darüber hinaus plädiert Sommer für eine Bleibeperspektive auch für engagierte, nichtakademische Arbeitskräfte: Wer wirtschaftlich auf eigenen Füßen steht, sollte nach seiner Vorstellung die Chance erhalten, in Deutschland zu bleiben. Weitere aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Debatte komplex bleibt. In den letzten Tagen berichtet die DW über eine steigende Zahl freiwilliger Ausreisen aus Deutschland, insbesondere durch gezielte Beratung und finanzielle Hilfen, was eine neue Dynamik in der Rückkehrpolitik eröffnet. Gleichzeitig beleuchtet die Süddeutsche Zeitung die Herausforderung, rechtliche und humanitäre Aspekte beim Umgang mit syrischen Flüchtlingen miteinander zu vereinen, und hebt Unsicherheiten vor allem bei Menschen mit unsicherem Status hervor. Die Zeit hebt in einem Interview hervor, dass für viele Syrer die Rückkehr trotz höherer Prämien kaum eine Option ist, wenn die Sicherheitslage im Herkunftsland als instabil empfunden wird.

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