Bayreuther Festspiele: Gedenken mit Friedman findet doch statt – Kehrtwende nach Absage

Die ursprünglich abgesagte Gedenkveranstaltung für jüdische Musiker in Bayreuth wird nun doch wie geplant zur Eröffnung der Festspiele abgehalten – mit Michel Friedman als Gast.

18.06.26 20:36 Uhr | 22 mal gelesen

Laut Meldung der Süddeutschen Zeitung (Freitag), gab es nun eine überraschende Wendung. Nachdem die Festival-Leitung Michel Friedman noch vor einer Woche die Teilnahme an der 'Verstummte Stimmen'-Gedenkzeremonie wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hatte, ruderte Festspielchefin Katharina Wagner jetzt zurück. Im Gespräch und auch schriftlich entschuldigte sie sich bei Friedman und versprach, dass der Termin am 26. Juli eingehalten wird. Wagner betonte ihre Pflicht, an die 'dunklen Kapitel' aus der Geschichte der Festspiele zu erinnern, die eng mit antisemitischer Vergangenheit verwoben sind. Friedman, der die Absage zuvor als Offenbarungseid bezeichnet hatte, zeigte sich durch die ehrlichen Worte und die neue Zusage versöhnt. Seiner Ansicht nach verdient Bewegung auch eine positive Reaktion: 'Wer wirklich Haltung zeigt, dem sollte man entgegenkommen.' Dass gerade zum 150-jährigen Jubiläum des Festivals Erinnern und kritisches Gedenken nötig sind, sieht auch Wagner so. Alleinige Feststimmung, so schreibt sie, wäre ihr 'unerträglich'.

Die Bayreuther Festspiele 2024 stehen unter besonderer Beobachtung, da sie ihr 150-jähriges Bestehen begehen – und sich zugleich mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Nach der zunächst offenbar aus Sicherheitsgründen ausgesprochenen Absage der Gedenkveranstaltung 'Verstummte Stimmen' zum Schicksal jüdischer Musiker hat Katharina Wagner, die Ur-Enkelin Richard Wagners, nach starker Kritik, insbesondere von Michel Friedman, ihre Entscheidung revidiert und sich aufrichtig entschuldigt. Friedman akzeptierte diese Geste und sieht darin einen Schritt in Richtung notwendiger und glaubwürdiger Aufarbeitung antijüdischer Kapitel sowohl im Werk Wagners als auch in der Festivalgeschichte. Recherchen aktueller Medien berichten weiterhin, dass Kulturinstitutionen wie die Bayreuther Festspiele zunehmend unter gesellschaftlichem Druck stehen, sich zu ihrer historischen Verantwortung zu bekennen. Die kurzfristige Absage und anschließende Wiederaufnahme der Gedenkfeier illustrieren die nach wie vor sensible und konfliktanfällige Lage zwischen kulturellem Erbe und öffentlicher Erwartung. In diesem Spannungsfeld bleibt das Engagement prominenter Persönlichkeiten wie Friedman entscheidend für eine lebendige Erinnerungskultur, gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus wieder an Sichtbarkeit gewinnt.

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