Bertelsmann behält Milliardengewinn bei und setzt Investitionskurs mit Milliardenhöhe fort

In Gütersloh kann Bertelsmann erneut auf ein vergangenes Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 19 Milliarden Euro zurückblicken. Damit hat sich die Erlösbasis des weltumspannenden Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzerns seit 2011 beinahe verdoppelt – und der Investitionshunger bleibt hoch.

heute 09:22 Uhr | 2 mal gelesen

Man kann darüber streiten, ob Zahlen allein schon Geschichten erzählen. Bei Bertelsmann tun sie das gewissermaßen: 19 Milliarden Euro Umsatz für das Jahr 2025 – und das trotz Wirtschaftsflaute, globaler Unsicherheiten und kursierender Krisen. Beeindruckend ist, dass zum elften Mal hintereinander mehr als eine Milliarde Euro Nettogewinn eingefahren wurde. Vorstandschef Thomas Rabe bekräftigte, das breite Portfolio und die dezentrale Aufstellung hätten sich aufs Neue bewährt. Das operative Ergebnis (EBITDA) verharrte bei satten drei Milliarden Euro, ohne die Effekte aus Wechselkursverschiebungen und Firmenverkäufen sogar leicht darüber. Investitionen? Über zwei Milliarden Euro, das ist kein Pappenstiel – erst recht, wenn das Management im selben Atemzug den Kauf von Sky Deutschland ankündigt. Im Jahr 2026, so Rabe, könnte Bertelsmann mit vollem Einbezug dieses neuen Teils auf gut 21 Milliarden Euro Umsatz jährlich kommen. Die strategischen Fokusse – nationale Media-Champions, globale Inhalte, Dienstleistungen, Bildungsangebote und ein beachtliches Beteiligungsportfolio – blieben nicht bloß Schlagworte. RTLs Streamingdienst beispielsweise wuchs rapide, sowohl bei Abonnenten als auch beim Umsatz; Partnerschaften mit Warner Bros. Discovery und Amazon wurden gefestigt, während man RTL Nederland abgestoßen und stattdessen Sky Deutschland ins Visier genommen hat. Im Segment Inhalte glänzt vor allem Penguin Random House, Bestsellerdaten werden fast schon zur Routine, und Musikrechte von Stars wie Jason Aldean landen in Bertelsmanns Einkaufstasche. Der Dienstleister Arvato expandiert in Fashion-Dimensionen in den USA und setzt immer stärker auf intelligente IT-Lösungen. Bildung wird globaler: Die Hochschulgruppe Afya in Brasilien wächst durch Zukäufe, digitale Fortbildungsangebote von Relias treffen den Zeitgeist des Online-Lernens, und die Alliant University erweitert ihre Programme in Boom-Sektoren wie Pflege und mentale Gesundheit. Was bleibt festzuhalten? Zwei strategische Programme – "Boost" und „Boost+“ – kurbeln durch milliardenschwere Investitionen das Wachstum an. Bertelsmann denkt international, aber verankert die Geschäfte noch stark in Zukunftsmärkten wie Indien und Lateinamerika. Für die Zukunft zeigen sich die Verantwortlichen vorsichtig optimistisch. Anteilseigner, Belegschaft und Genussrechtsinhaber profitieren: Es gibt Gewinnausschüttungen und Boni, und ganz nebenbei wächst auch die Belegschaft weiter – beinahe 77.000 Menschen arbeiten inzwischen unter dem Dach von Bertelsmann.

Bertelsmann bleibt vor allem durch seine Diversifizierung und Innovationskraft international konkurrenzfähig und erzielt einen stabilen Konzerngewinn von über einer Milliarde Euro zum elften Mal in Folge. Der Ausbau des Streaming-Geschäfts, gezielte Zukäufe – etwa von Sky Deutschland und Musikrechten – sowie Investitionen in Bildung, IT und neue Geschäftsfelder stärken die Marktposition. Laut aktuellen Medienberichten baut Bertelsmann seine Expansion in wachstumsstarken Regionen insbesondere in Lateinamerika und Asien konsequent aus, begegnet erhöhten regulatorischen Anforderungen und reagiert flexibel auf die Herausforderungen der anhaltend volatilen Weltwirtschaft. Hinzukommt, dass der Megadeal im Entertainment-Sektor mit der Übernahme von Sky Deutschland strategisch als Gamechanger gewertet wird, der das Umsatzpotenzial des Konzerns deutlich steigern könnte. Die aktuellen Nachrichtenportale betonen, dass Bertelsmann moderne KI-gestützte Lösungen sowohl im Content-Bereich als auch im Kundenmanagement einführt, um die Marktführerschaft in digitalen Feldern zu halten.

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