Obwohl Marokko im Parallelspiel Haiti mit 4:2 besiegte und damit punktgleich mit Brasilien abschließt, reicht es für die Nordafrikaner nur zum zweiten Rang. Das Spiel Brasilien-Schottland war von Beginn an einseitig: Bereits nach sieben Minuten nutzt Vinicius Junior einen kapitalen Patzer von McKenna im Strafraum der Schotten und sorgt für die schnelle Führung der Selecao. Die schottische Elf findet kaum Mittel, wieder ins Spiel zu kommen – Fehler in der eigenen Verteidigung häufen sich. Kurz vor der Pause schlägt Vinicius Junior erneut zu, dieses Mal per Kopf nach einer Flanke, und erhöht auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel bleibt Brasilien klar spielbestimmend. In der 60. Minute schließt Matheus Cunha einen sehenswerten Spielzug mit dem 3:0 ab. Von Schottland kommt offensiv fast nichts, die brasilianische Defensive bleibt souverän. Ein emotionales Highlight: Neymar, über zweieinhalb Jahre nicht mehr im Nationaltrikot, wird in der 76. Minute unter Applaus eingewechselt.
Marokko und Haiti liefern sich ein abwechslungsreiches Duell. Der Außenseiter Haiti geht durch einen Hackentreffer von Lenny Joseph nach zehn Minuten kurzeitig in Führung. Marokko gleicht vor der Pause durch Hakimi aus, kassiert aber kurz darauf noch einen Traumtor aus der Distanz von Wilson Isidor. Doch noch vor dem Halbzeitpfiff gelingt den Nordafrikanern durch Saibari das 2:2. Nach der Pause übernimmt Marokko endgültig die Kontrolle: Rahimi trifft in der 78. Minute zur Führung, Yassine besorgt fast mit Abpfiff den Endstand. Trotz des deutlichen Sieges bleibt für Marokko wegen des schlechteren Torverhältnisses hinter Brasilien am Ende „nur“ Rang zwei. Schade, eigentlich, denn spielerisch war das eine reife Leistung.
Brasilien trumpft im entscheidenden Gruppenspiel gegen Schottland auf, dominiert von Anfang bis Ende und holt sich mit dem 3:0-Erfolg unangefochten den Gruppensieg – Vinicius Junior sticht dabei als Doppeltorschütze hervor. Marokko muss sich trotz einer spannenden Aufholjagd und eines 4:2 gegen mutige Haitianer mit dem zweiten Tabellenplatz begnügen, punktgleich mit Brasilien, aber im Torverhältnis unterlegen. In beiden Partien wurde eindrucksvoll sichtbar, wie schnell sich der Spielverlauf bei WM-Begegnungen drehen kann – es genügen wenige Minuten voller Wachsamkeit oder eben Unachtsamkeit, um ein ganzes Turnier auf den Kopf zu stellen. In aktuellen Berichten zeigt sich, dass die Stimmung vor Ort in Brasilien ausgelassen ist, während in Marokko ein Funke Enttäuschung mitschwingt, auch wenn die Hoffnung auf das Achtelfinale groß bleibt. Die Rückkehr von Neymar sorgt für Spekulationen über die künftige Offensivstärke der Selecao, während die Sportpresse Haitis schnellen Start und tapferen Kampf würdigt.