In einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa, beauftragt von RTL und ntv, spricht sich eine solide Mehrheit der Bevölkerung – etwa drei von vier Befragten – für staatliche Entlastungsmaßnahmen angesichts steigender Preise aus. Dabei wird deutlich: Besonders bei Haushalten mit weniger Geld (unter 2.500 Euro monatlich) ist der Wunsch nach Unterstützung am ausgeprägtesten (81 Prozent). Aber selbst im finanziell stärkeren Lager überwiegt der Zuspruch deutlich: 69 Prozent bei Einkommen ab 4.000 Euro. Wenn man die politischen Lager betrachtet, gibt es wenig Überraschungen, aber doch interessante Nuancen. 68 Prozent der Unionsanhänger befürworten staatliches Eingreifen, während es bei SPD und Linkspartei sogar deutlich drüber liegt. Selbst bei den Grünen, oft eher skeptisch gegenüber solcher Politik, ist die Zustimmung mittlerweile knapp vorn. Ehrlich gesagt, überrascht mich das nicht wirklich – wer heute beim Tanken ins Grübeln kommt, wünscht sich wohl selten Freihandel und freien Lauf der Märkte.
In einem anderen Punkt – der Entsendung von Minenräumfahrzeugen zur Sicherung des Schiffsverkehrs nach einem Waffenstillstand im Nahen Osten – spalten sich die Meinungen etwas mehr. Nur die Union und die Grünen zeigen eine solide Mehrheit für den Einsatz, SPD und Linkspartei sind gespalten, während die AfD-Anhänger klar dagegen tendieren. Auffällig: Ein Ost-West-Gefälle? Fehlanzeige. Fast identische Werte in beiden Regionen. So viel zur Spaltung des Landes, zumindest bei diesem Thema scheint sie eine mediale Übertreibung zu sein.
Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich staatliche Hilfen angesichts steigender Energie- und Kraftstoffpreise – das ist das Kernergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv. Besonders einkommensschwache Haushalte sprechen sich für eine stärkere Rolle des Staates aus, aber auch Menschen mit besser gefülltem Portemonnaie zeigen mehrheitlich Zustimmung. Parteienübergreifend herrscht ein deutlicher Konsens für Unterstützung – mit kleinen Differenzen in der Intensität. In Bezug auf außenpolitische Initiativen wie einen möglichen Bundeswehreinsatz im Nahen Osten sind Meinungsbilder dagegen deutlich ambivalenter. Erst kürzlich hat das Bundeswirtschaftsministerium zudem angekündigt, weitere Entlastungsmaßnahmen für Privathaushalte und Unternehmen zu prüfen, darunter eine Ausweitung bestehender Energiepreisbremsen und gezielte Hilfen für besonders betroffene Branchen. Laut aktuellen Analysen machen viele Bürger ihren Unmut über die nach wie vor hohen Lebenshaltungskosten inzwischen auch bei Demonstrationen oder in Bürgerforen Luft; zugleich geht die Bundesregierung laut Analysten einen Balanceakt zwischen Haushaltsdisziplin und notwendiger Unterstützung ein. Mehrere Medien, darunter FAZ und Zeit, werfen aktuell die Frage auf, ob solche staatlichen Eingriffe langfristig tatsächlich für mehr Gerechtigkeit sorgen oder lediglich die Symptome mildern. Auch die Diskussion um das "Heizungsgesetz" und Energiesparmaßnahmen flammt im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Entlastung immer wieder auf.