Bürgerenergie zwischen Ideal und Wirklichkeit: Hoffnungsträger für eine faire Energiewende

Schönau – Bürgerenergiegenossenschaften werden immer mehr als Schlüsselakteure einer sozial ausgewogenen Energietransformation wahrgenommen. Eine aktuelle Untersuchung des Öko-Instituts, beauftragt von den Elektrizitätswerken Schönau, beleuchtet nun, wie diese Gruppen die soziale Seite der Energie- und Wärmewende stärken können.

heute 13:46 Uhr | 4 mal gelesen

Technisch gesehen eilt die Energiewende voran, doch bleibt eines oft auf der Strecke: die soziale Gerechtigkeit. Die neue Studie, die man beim Öko-Institut in Auftrag gegeben hat, bringt das Dilemma auf den Punkt. Bürgerenergiegenossenschaften, das klingt nach Basisdemokratie, hört aber oft bei den Eigeninteressen auf – und eben nicht bei Menschen mit kleinem Geldbeutel. Hohe Kosten für Energie, explodierende Lebenskosten und die Folgen der letzten Energiekrisen treffen, wie so oft, die ohnehin schon Schwächeren. Während Hausbesitzer mit Kapital ihre Dächer zupflastern und mit Wärmepumpen Investitionen tätigen – bleibt für Mieterinnen, ärmere Haushalte oder Menschen mit wenig finanziellem Spielraum wenig übrig. Ein verheerender Kreislauf, in dem diejenigen, die eh schon benachteiligt sind, in den fossilen Energien hängenbleiben. Bürgerenergiegenossenschaften könnten jedoch für mehr Gerechtigkeit sorgen – darauf weist die Studie klar hin. Ihre Strukturen sind demokratisch, selten profitorientiert und oft sehr lokal verwurzelt. Das eröffnet Chancen, die bislang zu wenig ausgereizt sind. Zum Beispiel durch Mieterstrom oder andere Modelle, bei denen der Strom direkt und günstig zur Nachbarin oder zum Nachbarn gelangt. Aber es gibt auch Stolpersteine: Häufig sind die Einstiegshürden finanziell viel zu hoch. Das muss nicht sein! Die Studie illustriert verschiedene unkonventionelle Lösungen – von niedrigen Einlagen, über verschenkte Mitgliedschaften bis hin zu solidarischen Töpfen. Belgien macht es mit Ecopower zum Beispiel vor und öffnet Türen, die vorher für viele verschlossen waren. Natürlich geht es nicht nur ums Geld. Information und Teilhabe sind ebenso wichtig. Hier können Energiegenossenschaften lokale Anlaufstelle und Vertrauenspartner sein. Indem sie Beratungen bieten, Workshops veranstalten oder einfach mal das Gespräch suchen – könnten sie der gesellschaftlichen Stimme für eine faire Energiepolitik mehr Gewicht verleihen. 220.000 Menschen sind bundesweit bereits Mitglied einer solchen Genossenschaft. Allerdings, das zeigt die Studie auch: vielen fehlt es an Zeit, Ressourcen, Know-how. Speziell kleine Gruppen kämpfen mit Überlastung, was sozial ausgerichtete Projekte schnell ausbremst. Was kann helfen? Kooperation statt Konkurrenz – etwa mit Städten, Vereinen oder Beratungsstellen. Politisch braucht es bessere Förderungen, verlässlichen Zugang zu Krediten und Programme, die nicht nach wenigen Monaten auslaufen. Modelle mit sozialem Schwerpunkt sollten aktiver gefördert werden. Die EWS Schönau setzen genau darauf – z.B. mit Wärmenetzen im ländlichen Raum und eigenen Solidaritätsprogrammen. Eine gerechte Energiewende, das wird hier deutlich, bleibt gemeinschaftliche Aufgabe. Niemand sollte durchs Raster fallen – so das Ziel. Für weitergehende Informationen findet man die Studie auf der EWS-Webseite. Und manchmal fragt man sich vielleicht: Was kann ich tun? Tja, unter Umständen reicht schon die Mitgliedschaft bei einer lokalen Energiegenossenschaft – oder der Besuch einer Infoveranstaltung. Ein bisschen Bewegung an der Basis kann ja manchmal mehr bewirken als ein neues Gesetz.

Bürgerenergiegenossenschaften verfügen über das Potenzial, die Energiewende sowohl ökologisch als auch sozial gerechter zu gestalten. Die aktuelle Untersuchung des Öko-Instituts betont, dass diese Genossenschaften durch direkte Beteiligungsmodelle wie Mieterstrom oder gesenkte Einstiegshürden auch einkommensschwächeren Haushalten Zugang zu günstiger, erneuerbarer Energie verschaffen können. Gleichzeitig zeigen Beispiele aus anderen europäischen Ländern, dass der Ausbau sozialer Teilhabemöglichkeiten nicht nur finanzielle Unterstützung braucht, sondern auch gezielte Informations- und Beratungsangebote erfordert. Laut Recherchen diskutieren zahlreiche Medien aktuell die Herausforderungen und Chancen der dezentralen Energiewende, insbesondere vor der Frage, wie soziale Ungleichheiten vermehrt adressiert werden können. Dabei treffen positive Ansätze – wie sie etwa durch genossenschaftliche Strukturen entstehen – auf Forderungen nach politischer und finanzieller Unterstützung, etwa für solidarische Modelle und gezielten Zugang zu Fremdkapital. Der Diskurs spiegelt damit das zunehmende Bewusstsein, dass nur umfassende, gemeinschaftlich entwickelte Lösungen für eine faire und erfolgreiche Transformation sorgen können.

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