Die Debatte um ein vollständiges Verschleierungsverbot wird in Deutschland mit wachsender Intensität geführt, besonders vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Integration, öffentlicher Sicherheit und Frauenrechten. Auch jüngste Recherchen zeigen, dass gerade in konservativen Kreisen die Sorge vor Parallelgesellschaften angesichts anhaltender Einwanderung zunimmt und dass die öffentliche Identifizierbarkeit zunehmend als Sicherheitsfaktor betont wird. Gleichzeitig bleibt das Thema in der deutschen Gesellschaft höchst umstritten – Vertreterinnen muslimischer Communities und Bürgerrechtsorganisationen kritisieren die Vorstöße als pauschalisierende Symbolpolitik und warnen vor Diskriminierung und gesellschaftlicher Spaltung. Außerdem sei die tatsächliche Zahl der Trägerinnen eines Niqabs oder einer Burka in Deutschland ausgesprochen niedrig, was die Verhältnismäßigkeit eines generellen Verbots in Frage stellt. Interessanterweise zeigen aktuelle Entwicklungen aus anderen europäischen Ländern, dass trotz gerichtlicher Anerkennung derartiger Verbote eine gesellschaftliche Debatte weiterhin nötig bleibt: In Frankreich wird etwa regelmäßig geprüft, wie das Burka-Verbot in der Praxis umgesetzt wird und welche Auswirkungen es auf das gesellschaftliche Klima hat.