CDU-Mann Ziemiak zollt BSW-Generalsekretärsanwärter Ruhnert Respekt – trotz skeptischer Töne

Paul Ziemiak, Generalsekretär der NRW-CDU, spricht dem Fußballmanager Oliver Ruhnert Fähigkeiten für den Chefposten beim 'Bündnis Sahra Wagenknecht' (BSW) zu – und bleibt doch kritisch.

heute 22:03 Uhr | 26 mal gelesen

Paul Ziemiak vergleicht den Job des BSW-Generalsekretärs mit einer Mischung aus Fußballtrainer und Chef-Scout: 'Einen Generalsekretär stelle ich mir ein bisschen vor wie jemanden, der ständig nach neuen Spielideen sucht, Gegner analysiert und das Team nach vorn bringt. Das liegt Oliver Ruhnert offenbar im Blut', erklärt er dem Magazin 'Spiegel'. Trotzdem gibt Ziemiak zu, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht 'eine noch härtere Aufgabe als Union Berlin' werden dürfte. Oliver Ruhnert, der als Manager und Chefscout 1. FC Union Berlin von der zweiten Liga noch auf Champions-League-Niveau gebracht hat, wird sich beim Dezember-Parteitag in Magdeburg zur Wahl stellen und beendet damit seine Sportlaufbahn. Interessant: In ihrer Iserlohner Zeit im Stadtrat saßen Ziemiak und Ruhnert zusammen – der eine für die CDU, der andere damals für die Linke. Ziemiak lobt Ruhnert als 'engagierten Überzeugungstäter', der mehr am Verbessern als am Lamentieren interessiert sei – und wenig für Prestige oder Status übrig habe. Ziemiak wundert sich im Rückblick, dass Ruhnert bei den Linken landete, statt bei der SPD. 'Vom Herzen her ist er ein echter Sozi', meint er. Seine Distanz zum BSW macht Ziemiak dabei fast schon mit einem Augenzwinkern deutlich: Die Wagenknecht-Partei sei 'populistisch, außenpolitisch ziemlich abenteuerlustig und stark auf Führungspersonen fixiert' – das passe eigentlich nicht zu Ruhnert. Im Fußball drücke er ihm aus Rivalitätsgründen ohnehin nicht die Daumen – Ziemiak ist bekennender Dortmund-Anhänger, während Ruhnert zu Schalke hält. Übrigens: Ruhnert ist nach seinem Wechsel zum BSW im vergangenen Jahr als Berliner Spitzenkandidat angetreten, verpasste aber mit seiner Partei knapp den Sprung in den Bundestag.

Oliver Ruhnerts Wechsel von der Sportwelt in die Bundespolitik sorgt für Gesprächsstoff: Paul Ziemiak, CDU, hält ihn ungeachtet politischer Differenzen für befähigt, einen schwierigen Job wie den des Generalsekretärs beim BSW zu stemmen. Hintergrund ist Ruhnerts beachtliche Karriere bei Union Berlin und seine langjährige Kommunalpolitik-Erfahrung. Die mediale Berichterstattung zeigt, dass Ruhnerts pragmatischer Stil und sein Desinteresse an ideologischen Grabenkämpfen als mögliche Vorteile für die junge Partei gesehen werden. In den vergangenen Tagen wurde außerdem darüber berichtet, dass die bevorstehende Wahl eines neuen Generalsekretärs beim BSW im Kontext innerparteilicher Auseinandersetzungen und der gestiegenen öffentlichen Aufmerksamkeit für die Wagenknecht-Partei steht. Die Diskussionen um die programmatische Ausrichtung, die strategische Rolle Ruhnerts in der Partei und die Verflechtung von Politik und Sport waren zuletzt Thema in mehreren überregionalen Medien. Ein interessanter Aspekt: Das BSW versucht aktuell, mit neuen Gesichtern und einem weniger ideologischen Auftreten an Glaubwürdigkeit in der politischen Mitte zu gewinnen – was für traditionelle Parteien eine Herausforderung darstellt.

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