CDU verschärft Kritik an Özdemir im Wahlkampf-Endspurt

Knapp zwei Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg erhöhen die Christdemokraten ihren Druck auf Cem Özdemir, den prominenten Grünen und ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister.

heute 05:02 Uhr | 25 mal gelesen

Steffen Bilger, CDU-Parlamentsgeschäftsführer und Chef des Bezirks Nordwürttemberg, ließ im Gespräch mit dem 'Tagesspiegel' kaum ein gutes Haar an Özdemir: 'Cem Özdemir hat als Ampelminister enttäuscht und kann keinerlei Ergebnisse vorweisen.' Bilger kritisierte außerdem, dass Özdemir im Wahlkampf komplett andere Töne anschlage als früher – und nicht mehr im Einklang mit seiner Partei stehe. Kurios ist dabei, dass die CDU laut Umfragen zwar deutlich vor AfD und Grünen rangiert, doch Özdemir als Person einen Punktevorsprung gegenüber CDU-Herausforderer Manuel Hagel verbuchen kann, wenn es um die Frage nach der Nachfolge Kretschmanns geht. Bilger kontert: Genügend Erfahrung sei auch bei CDU-Mann Hagel vorhanden – immerhin habe er als Fraktionschef die Koalition in Baden-Württemberg mitgestaltet und für Stabilität gesorgt. Dennoch, so Bilger, brauche das Land jetzt 'frischen Wind an der Regierungsspitze', weil sich das Land in den letzten Jahren zu stark auf seinen Lorbeeren ausgeruht habe. Ob das harte Vorgehen den gewünschten Effekt bringt oder nach hinten losgeht, bleibt spannend. Ehrlicherweise: Im politischen Schlagabtausch wird der Ton schärfer, je näher die Wahl rückt. Özdemir jedoch bleibt vorerst der Politiker, der polarisiert – und gerade deshalb wohl nicht unterschätzt werden sollte.

Die CDU in Baden-Württemberg verschärft ihre Angriffe auf Cem Özdemir, den Spitzenkandidaten der Grünen für das Ministerpräsidentenamt, und stellt seine Bilanz als Bundesminister sowie seine Wahlkampfaussagen in Frage. Trotz des Vorsprungs der CDU in den Umfragen liegt Özdemir bei der Direktwahlfrage weiterhin vor CDU-Herausforderer Hagel. Laut aktuellen Analysen von Süddeutscher Zeitung und ZEIT baut die CDU in Baden-Württemberg sowohl auf ihre Erfahrung in der Regierungsverantwortung als auch auf einen Wechselstimmung unter den Wählern, während Özdemir bei persönlichen Beliebtheitswerten punktet und mit seiner Biografie für eine modernere, offene politische Kultur steht. Die Wahl wird als Gradmesser für die bundesweite Stimmung zwischen Grünen und CDU gesehen, zumal die AfD in den letzten Wochen in Umfragen leicht verliert, während soziale Themen und Landwirtschaftspolitik die Auseinandersetzungen prägen. Auch die Rivalität zwischen den Spitzenkandidaten wird zunehmend emotionaler geführt, etwa in Debatten um Migration, Klima, Verkehr und die Zukunft des ländlichen Raums. Inzwischen fordern einige Stimmen innerhalb der CDU ein schärferes Profil und klare Kante gegen die Grünen, nicht nur im Stil, sondern auch in der Programmatik.

Schlagwort aus diesem Artikel