Man könnte meinen, Smartphones seien so fest in Kinderhände gewachsen wie Lollis – und trotzdem fordert Mario Voigt, der Ministerpräsident Thüringens, genau hier eine harte Grenze. Seine Argumentation ist, kurz gesagt, ein Appell an den Schutz des Nachwuchses in einer digitalen Welt, die, offen gesagt, nicht nur freundlich ist. Laut Voigt sollen Kinder unter 14 keine Smartphones – und unter 16 keine Sozialen Medien nutzen dürfen. Er zitiert besorgniserregende Zahlen: Offenbar wird jeder fünfte Jugendliche zwischen zehn und 14 von Fremden im Internet nach Nacktfotos gefragt, und ganz nebenbei können Kinder online auch auf Schockvideos oder Pornografie treffen.
Der Staat, so Voigt, hätte in diesem Umfeld eine klare Verantwortung. Und er zieht einen, zumindest auf den ersten Blick, einleuchtenden Vergleich: Wenn wir Kinder vor Alkohol und Zigaretten schützen, warum ihnen dann Zugang zu Apps gewähren, die ähnlich große, nur eben digitale Gefahren bergen? Hierin – und im Smartphone ähnlich wie im Auto – sieht er eine Überforderung für Heranwachsende, die mitten in ihrer „wackligsten“ Entwicklungsphase stecken.
Zwischendurch fragt man sich: Ist das jetzt Überfürsorglichkeit oder berechtigte Vorsicht? Voigt bezieht jedenfalls klar Stellung: Freiheit, die Kinder dem Netz schutzlos ausliefert, sei keine Freiheit, sondern schlicht unverantwortlich. Altersgrenzen, Plattformpflichten, Manipulation – und vor allem der Staat als „Wächter der Schwächsten“ – werden von ihm beschworen.
Konkrete Schritte? Thüringen hat schon eine Bundesratsinitiative gestartet und ist offenbar im regen Austausch mit Fachleuten und Bildungsministerin Karin Prien. Ziel: Kinder sollen Kind sein dürfen – ohne (digitale) Dauerbewertung, Stress und Überforderung. Klingt erstmal plausibel, doch der gesellschaftliche Diskurs darüber dürfte alles andere als leise werden.
Mario Voigt, Thüringens Ministerpräsident, fordert ein umfassendes Smartphone-Verbot für Kinder unter 14 Jahren und ein Verbot sozialer Medien unter 16. Er begründet dies mit der Zunahme von digitalem Missbrauch und der ständigen Gefahr, die vom ungefilterten Zugang zu Inhalten im Netz ausgeht. Der Vergleich mit Altersgrenzen bei Alkohol oder Autofahren soll verdeutlichen, dass das Internet längst ähnliche Risiken birgt. Während Voigt auf Bundesrats- und Expertenebene nach praktikablen Lösungen sucht, bleibt die Frage offen, wie umsetzbar solche Alterskontrollen jenseits von App-Store-Beschränkungen tatsächlich wären. Kritiker merken an, dass ein vollständiges Verbot eher an Symptomen als an Ursachen ansetzt und den elterlichen Erziehungsauftrag untergräbt. In einer Studie der DAK etwa wurde festgestellt, dass ein zu früher Zugang zu Smartphones tatsächlich mit erhöhtem Stress und Schlafproblemen bei Kindern einhergeht, doch eine erfolgreiche Umsetzung von Verboten hängt maßgeblich vom gesellschaftlichen Konsens und technologischer Machbarkeit ab. Die Diskussion läuft auch deshalb so hitzig, weil Skandinavien und Frankreich mit ähnlichen Vorstößen Schlagzeilen machten – und die Zahlen von Cybermobbing und digitalem Druck nicht gerade rückläufig sind.