Daniel Günther plädiert für offene Diskussion über Teilzeitregelungen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeigt sich bereit, die Debatte über mögliche Einschränkungen des Rechts auf Teilzeitarbeit neu zu führen.

heute 18:44 Uhr | 5 mal gelesen

Daniel Günther wirft einen durchaus ungewöhnlichen Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktdebatte: Für ihn wiegen die bestehenden Herausforderungen schwer genug, um sich jegliche Denkverbote zu sparen. Ehrlich gesagt, wirken seine Worte fast wie ein Aufruf, Gewohnheiten über den Haufen zu werfen – vorausgesetzt, man betrachtet das Ganze nicht isoliert. Die Menschen seien laut Günther durchaus wandelbereit, solange das große Ganze, das Konzept dahinter, verständlich und tragfähig erscheint. Was allerdings auffällt, ist, dass der CDU-Wirtschaftsflügel den Fokus zu sehr auf das Offensichtliche legt: Teilzeit sei bloß ein Symptom und nicht die Wurzel des Problems, sagt Günther ganz unverblümt. Noch eine Nebenbemerkung: Den Vorstoß von Friedrich Merz, die Möglichkeiten zur telefonischen Krankschreibung einzuschränken, kann Günther durchaus nachvollziehen. "Die entscheidende Frage ist doch, wie viel uns unser Wohlstand wert ist und ob wir bereit sind, wieder mehr dafür zu tun", räumt er ein. Gleichzeitig warnt er aber seine eigene Partei davor, in eine Art Schaulaufen der Sparmaßnahmen zu geraten – also wer mit den härteren Einschnitten auftrumpft. Strukturreformen seien gefragt, keine reinen Muskelspiele.

Günther betont die Notwendigkeit, in der Debatte um Teilzeitarbeit offener und mutiger neue Wege zu denken, weist jedoch darauf hin, dass dies eher die Symptome als die Ursachen adressiert. Zusätzlich unterstützt er das Ende der telefonischen Krankschreibung, warnt aber die CDU davor, durch immer schärfere Forderungen nur politisches Prestige zu suchen, statt echte Strukturreformen anzugehen. Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Deutschland ist geprägt von knappen Fachkräften und einer alternden Gesellschaft, was die Diskussion um Teilzeitarbeit besonders brisant macht – laut jüngsten Berichten wird zudem erwogen, wie Teilzeitregelungen sowohl für Familien als auch für die Wirtschaft sinnvoll angepasst werden können. Bundesweit wird inzwischen auch über flexiblere Arbeitszeiten und Homeofficeregelungen diskutiert, während Gewerkschaften weiterhin auf die Wichtigkeit von Arbeitnehmerrechten bestehen. Die Frage nach der Balance zwischen persönlicher Flexibilität und wirtschaftlichen Anforderungen bleibt ein heißes Eisen, das Politiker, Unternehmen und Gesellschaft derzeit beschäftigt.

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