Deutsche Bahn denkt über Trennung von Auslands-Bahngeschäft nach

Insider berichten: Die Deutsche Bahn prüft offenbar, ihr internationales Betreibergeschäft außerhalb Europas zu verkaufen – betroffen wäre die Division DB International Operations.

heute 15:48 Uhr | 3 mal gelesen

Laut mehreren Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind und vom 'Handelsblatt' zitiert werden, spielt die Bahn mit dem Gedanken, ihr Zuggeschäft jenseits Europas loszuschlagen. Die Aktivitäten von DB International Operations unter dem Dach der E.C.O. Group reichen von Indien über Uruguay bis nach Ägypten. Interessant übrigens: Der Jahresumsatz der für Gleisgeschäfte außerhalb Europas verantwortlichen Abteilung kratzt am Milliardenbereich. Gewinne wurden mit ungefähr 35 Millionen Euro beziffert – ein durchaus respektables Ergebnis, wenn man die gestiegenen Herausforderungen im internationalen Bahnverkehr bedenkt. Die Schwesterfirma, DB Engineering and Consulting, arbeitet nicht nur für exotische Destinationen, sondern ist auch im Inland für Großprojekte wie die Sanierung der Riedbahn zuständig. Wie die Zukunft dieser Planungsholding aussieht? Offenbar Schweigen im Walde: Das Unternehmen selbst kommentierte auf eine entsprechende Anfrage lediglich, dass „alles weiterläuft wie bisher.“ Vielleicht ein bisschen diplomatisch formuliert, aber das muss nichts heißen. Die Muttergesellschaft E.C.O. Group beschäftigt immerhin rund 8.500 Menschen – ein Unternehmensteil, der sich wohl nicht so leicht vom Hauptkonzern lösen ließe. Und trotzdem stellt sich die Frage: Wie stark ist der Drang der Deutschen Bahn, sich von Segmenten zu trennen, die bisher trotz allem schwarze Zahlen schrieben? Da bleibt viel Raum für Spekulationen, aber auch für nüchternes Abwarten.

Die Deutsche Bahn denkt offenbar über einen Verkauf ihres internationalen Betreibergeschäfts außerhalb Europas nach, um sich stärker auf den Heimatmarkt und die Modernisierung der Infrastruktur in Deutschland zu konzentrieren. Das Geschäftsfeld DB International Operations erzielte im letzten Jahr fast eine Milliarde Euro Umsatz und trug mit einem Gewinn von 35 Millionen Euro zur Bilanz bei, steht aber vor dem Hintergrund der finanziellen und strukturellen Herausforderungen des Gesamtkonzerns nun auf dem Prüfstand. Marktbeobachtern zufolge könnten ein strategischer Fokus auf das Kerngeschäft und langfristige Investitionen in das deutsche Schienennetz die Motivation für eine solche Entscheidung sein, zumal die Bahn in jüngster Zeit auch angesichts von Verspätungen, Kostenexplosionen und politischen Erwartungen unter erheblichem Transformationsdruck steht. Recherchen bei der taz zeigen, dass die Bahn aktuell auch wegen schlechter Pünktlichkeitswerte unter Druck steht, was die Forderungen nach Fokussierung auf das Kerngeschäft verstärkt (Quelle: taz). Die Süddeutsche berichtet von neuen Regierungsmaßnahmen zur Modernisierung der Infrastruktur und diskutiert Finanzierungsfragen für notwendige Investitionen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Bei der FAZ steht die geplante Aufteilung und mögliche Privatisierung von Bahn-Segmenten im Zentrum, wobei insbesondere auf den politischen Einfluss auf Bahnentscheidungen eingegangen wird (Quelle: FAZ).

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