Wer in diesen Tagen quer durch Norddeutschland unterwegs sein wollte, hat es vermutlich am eigenen Leib gespürt: Die Bahn stand still, das Wetter war erbarmungslos. Fast 3.000 Kilometer Gleise, eine Strecke, die man einmal quer durch ein kleines Land legen könnte – laut Palla entspricht das dem schweizerischen Schienennetz –, mussten vom Eis befreit werden. Kaum vorstellbar, wie sich all die Räumtrupps bei Wind und Eiseskälte durch den Schnee gruben – und manchmal fragt man sich, ob so etwas nicht längst Routine sein sollte oder ob wir immer noch von jedem Winter kalt erwischt werden. Palla jedenfalls findet lobende Worte für die eigene Mannschaft und verteidigt die vorsorglichen Stilllegungen: Sicherheit gehe vor, keine Züge sollten mitten im Nirgendwo feststecken, ohne Heizung und Strom. Das sei ihnen gelungen. Man mag einwenden, dass trotzdem viele Reisende festsitzen mussten und ein gewisser Frust bleibt – aber andererseits: Wer hat bei solchen Verhältnissen überhaupt Lust, in einen Zug zu steigen, ohne ganz sicher zu wissen, ob er das Ziel je erreicht? Dass die Bahnchefin so offen um Geduld bittet, ist jedenfalls nicht alltäglich.
Durch den schweren Wintersturm "Elli" war das Schienennetz der Deutschen Bahn im Norden Deutschlands massiv beeinträchtigt. Bahnchefin Palla entschuldigte sich ausdrücklich bei den vielen betroffenen Fahrgästen, erklärte aber auch, dass das Herunterfahren des Bahnverkehrs eine bewusste Vorsichtsmaßnahme gewesen sei, um Risiken wie das Liegenbleiben von Zügen in extremer Kälte zu vermeiden. Interessant ist übrigens, dass auch in sozialen Netzwerken eine hitzige Debatte darüber entstand, ob die Bahn nicht besser auf solche Wetterlagen vorbereitet sein sollte – oder ob solche Naturereignisse einfach zu unberechenbar sind. In aktuellen Medienberichten steht zudem, dass die Wiederaufnahme des Regelbetriebs einige Tage dauern könnte, da Reparaturen und Räumarbeiten vor Ort noch laufen. Besonders kritisiert wurden die teils unzureichenden Informationsflüsse an die Fahrgäste, viele fühlten sich im Stich gelassen oder nicht ausreichend informiert (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net) und [SZ](https://www.sueddeutsche.de)).