Wenig euphorisch, aber doch mit einer vorsichtigen Spur Optimismus, beurteilen deutsche Außenpoltiker die Nahost-Friedensbemühungen. Hardt von der CDU sieht eine einmalige Chance, falls die Hamas ausgeschaltet und die palästinensische Seite neu geordnet wird – erst dann, so meint er, könnten beide Parteien überhaupt mit realistischem Blick Frieden umsetzen. Stegner (SPD) bleibt skeptisch gegenüber Europas Einfluss und sieht die USA unter Trump mit deutlich besseren Karten; bleibt nur abzuwarten, inwieweit die viel zitierte ‚internationale Begleitung‘ tatsächlich Früchte trägt oder nicht doch alte Konfliktmuster überwiegen. Im aktuellen Kontext macht sich auch Erschöpfung breit: Die anhaltenden Kämpfe und Rückschläge in Gaza, die Ungewissheiten um einen Waffenstillstand und die vielen zivilen Opfer sorgen für spürbaren Pessimismus in der Bevölkerung. Nicht zuletzt geraten auch die europäische Außenpolitik und Hilfsorganisationen zunehmend unter Druck, da sie oftmals zwischen den Fronten agieren müssen. Dennoch melden jüngste diplomatische Treffen zumindest zarte Annäherungen zwischen arabischen Nachbarstaaten und Israel, sodass im Hintergrund diplomatische Fenster offenbleiben könnten.
13.10.25 10:04 Uhr