In einer teils angriffslustigen, teils siegesgewissen Nachricht, die am Montagmorgen vom militärischen Arm der Hamas herausgegeben wurde, stellt die Gruppe klar: Nicht etwa Diplomatie oder Druck der Gegenseite, sondern die Zähigkeit des eigenen Volks und der Kämpfer hätten zur Einigung geführt. „Wir stehen zu den getroffenen Vereinbarungen, zumindest solange Israel sich daran hält“, heißt es weiter – ein spürbar misstrauischer Unterton, fast wie eine Vorwarnung, schwingt mit. Interessanterweise schiebt die Hamas Israel eine Art indirekte Niederlage unter: Trotz aufgeblähter Armee und umfangreicher Geheimdienstarbeit sei es Tel Aviv nicht gelungen, die eigenen Leute militärisch zu befreien. Stattdessen musste man zum Austausch greifen – gewissermaßen ein Einknicken vor den Forderungen des „Widerstands“. Die Vereinbarung sieht die Freilassung weiterer israelischer Geiseln vor. Im Gegenzug wird Israel rund 2.000 palästinensische Häftlinge auf freien Fuß setzen. Später, in einem der wohl heikelsten Teile des Abkommens, soll die Hamas entwaffnet werden – laut Sicherheitsexperten eine fast unmögliche Aufgabe.
Die jüngste Friedensvereinbarung, von der Hamas als strategischer Sieg inszeniert, bringt nach langen, blutigen Wochen Bewegung in den Nahost-Konflikt. Während die Hamas ihren Triumph über Israel verkündet und sich auf die Glaubwürdigkeit des Abkommens beruft, bleibt das Klima fragil und misstrauisch – denn die Entwaffnung der Hamas dürfte sich als sprichwörtlich harter Brocken erweisen. Neueste Berichte betonen, dass internationale Vermittler – darunter Katar, Ägypten und die USA – im Hintergrund massiv Druck ausüben, um die fragile Feuerpause zu verlängern, die humanitäre Situation in Gaza zu entschärfen und eine Rückkehr zu offener Gewalt zu verhindern.